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Dienstag, 22. Dezember 2015

22. Dezember / December 22nd - Gáttaþefur

Property of Mjólkursamsalan (MS) Icelandic Dairies
Als drittletzter Weihnachtsgesell stößt Gáttaþefur zu uns. Man erkennt ihn schon von weitem an seiner außergewöhnlich langen Nase, die er mit seinem ausgeprägten Geruchssinne dazu benutzt den Geruch von Laufabrauð aufzuspüren.

Laufabrauð ist ein traditionelles isländisches Weihnachtsgebäck, dünne Teigfladen, hübsch verziert und in heißem Fett ausgebacken.

Mal ehrlich, haben wir nicht alle eine sehr lange Nase, wenn es um feines Weihnachtsgebäck geht? Was passt also besser, euch noch ein last minute Rezept zu geben? Ich habe es dieses Jahr zum ersten Mal ausprobiert und es wird definitiv in die "Dringend-wiederholen-Liste" aufgenommen. Das Rezept stammt mal wieder aus der "essen&trinken" (Heft 11/2015). Nachbacken empfohlen!

Mandelstangen (ca. 30 Stück)

Zutaten:
- 1 Vanilleschote
- 250g gemahlene Mandeln
- 250g Puderzucker
- 2 EL Mehl
- 1 Eiweiß
- Salz
- 20g Pistazien
- 100g Zartbitterkuvertüre

1. Das Vanillemark aus der Schote kratzen, den Puderzucker sieben. Beides mit den Mandeln und dem Mehl und 1 Prise Salz gut vermischen.
2. Eiweiß verquirlen, portionsweise zu den Mandeln geben und zu einer geschmeidigen Masse kneten. Der Teig wird extrem trocken. Lasst euch davon nicht abschrecken. Ich dachte zeitweise "das hält nie"... Dennoch: in Klarsichtfolie wickeln und 20 Minuten ruhen lassen.
3. Den Teig zu Rollen (ca. 1,5cm Durchmesser) formen und diese in 5cm lange Stücke schneiden. Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und im vorgeheizten Ofen bei 180° (Umluft 160°) ca. 8-10 Minuten backen. Anschließend abkühlen lassen.
4. Die Pistazien fein hacken und die Kuvertüre im Wasserbad schmelzen. Die Mandelstangen mit beiden Enden in die Kuvertüre tauchen und mit den gehackten Pistazien bestreuen. Auf ein Backpapier legen und trocken lassen. In Dosen gelagert sollen sie bis zu 3 Monaten halten, wenn sie nicht lange vorher aufgegessen sind...


Last but two Gáttaþefur arrives at our homes. You will easily recognise him without any doubt because of his abnormal long nose which he uses (with a distinctive sense of smell) to find Laufabrauð.

Laufabrauð is a very traditional Icelandic Christmas pastry, sometimes also known as "snowflake bread". It is a very thin flat cake, beautifully decorated and fried in hot fat.

Be honest, don't we all have a very long nose when it comes to pastry? What would be better to give you another last minute recipe. I tried this one for the first time this year but it definitely will have to be repeated the next years. The recipe is taken once more from the German food magazine "essen&trinken" (issue 11/2015). I can't recommend it higher...

Almond sticks (about 30 pcs)

Ingredients:
- 1 vanilla pod
- 250g ground almonds
- 250g icing sugar
- 2 tbsp flour
- 1 egg white
- salt
- 20g pistachio
- 100g dark cooking chocolate

1. Scrape the vanilla out of the pod, sieve the icing sugar. Mix both with the almonds, the flour and a pinch of salt.
2. Beat the egg white and give it in small portions to the almonds. Knead a smooth dough. The dough will be extremely dry and to be honest in the first place I thought this would never work. Don't be scared, it will work, go on... Wrap the dough in cling film and set to rest for 20 minutes.
3. Form the dough into rolls of approx. 1,5cm diameter and cut these into 5cm long pieces. Place them on a baking paper covered baking tray and bake them in the preheated oven at 180°C (fan 160°C) for about 8-10 minutes. Set to cool.
4. Chop the pistachio very fine and heat the cooking chocolate in a bain-marie. Dip the almond sticks with both ends into the chocolate, place them on a sheet of baking paper, sprinkle the pistachio above and let it dry. It's said that the almond sticks would stay fresh for up to 3 month when stored in tins - if not eaten long before...

Samstag, 19. Dezember 2015

19. Dezember / December 19th - Skyrgámur

Property of Mjólkursamsalan (MS) Icelandic Dairies
Und weil es einfach viel zu gut passt, muss ich heute gleich noch ein Rezept hinterherschicken. Heute kommt nämlich Skyrgámur als 8. Weihnachtsgesell zu uns. Und Skyrgámur liebt Skyr über alles, er ist der "Skyr-Gierschlund"!

Skyr ist ein typisch isländisches Milchprodukt, von dem ich bis vor einem halben Jahr noch nie etwas gehört hatte. Freunde von uns, die letztes Jahr auf Island waren hatten uns erzählt, wir müssten das unbedingt probieren. Anzusiedeln ist Skyr irgendwo zwischen Magerquark und Joghurt. Skyr gehört zu Island wie die Weißwurst zu Bayern. Inzwischen kann man Skyr auch in Deutschland kaufen und es wird ein ziemlicher Hype darum betrieben.

Auf jeden Fall kann man damit einen fantastischen Käsekuchen machen. Auf unserer Islandrundreise diesen September waren wir im Klausturkaffi in der Nähe von Egilstaðir. Der ein oder andere erinnert sich vielleicht an das Kuchenbuffet, von dem ich wochenlang geschwärmt habe. Und dort haben wir fantastische Skyrtorte gegessen. Hier das Rezept für euch zum nachmachen. Meine Kollegen sagen, es hätte ihnen sehr geschmeckt...

Skyrkuchen

Boden:
- 1 Pck. Digestives (Vollkorn-Butterkekse), zerkrümelt
- 70g geschmolzene Butter
Krümel und Butter miteinander vermischen und in eine Pie- oder kleine Springform geben und festdrücken.

Füllung:
- 500g Skyr
- 50g Zucker
- 1 Pck. Vanillezucker
- 120ml Beerenmarmelade, besser -gelee
- 250ml Schlagsahne
Die Sahne steif schlagen. Skyr, Zucker und Vanillezucker vorsichtig unterheben. Gleichmäßig auf dem Boden verteilen und kühl stellen. Beerengelee darüber geben und genießen!

Property of Klausturkaffi at Skriðuklaustur, Centre of Culture and History in Egilstaðir, East Iceland
As it just matches perfectly I have to give you another recipe. That is to say because it is Skyrgámur to join the crowd as the 8th Yule Lad. And he really loves skyr, he is the "Skyr-Gobbler"!

Skyr is a very typical Icelandic dairy similar to yogurt. Until about 6 months ago I had never heard of skyr before but then friends who went to Iceland last year told us about it. We should make sure to try it. Skyr belongs to Iceland like Guinness belongs to Ireland. I know that these days skyr became available in German supermarkets and one of my colleagues also told me she saw it in Dunnes Store here in Ireland.

Anyway it is the basic ingredient for a fantastic cheesecake. On our trip in Iceland we found this lovely café Klausturkaffi near Egilstaðir. Some people might remember the stories I told about this amazing cake buffet. I kept talking about it for weeks if not for months. There we head a fabulous skyrcake. And here is the recipe for you guys. My colleagues said they liked it a lot...

Skyr cake (Icelandic version of cheesecake)

Crust:
- 1 pack Digestives, crushed
- 70g butter, melted
Mixed together and patted down in a pie dish.

Filling:
- 500g skyr (if you don't get it use extra thick low fat yogurt and a bit of gelatin)
- 50g sugar
- 1 tsp vanilla extract
- 120ml jam or syrup with berry flavour
- 250ml whipping cream
Whip the cream and gently fold the skyr, sugar and vanilla extract into the cream. Pour onto the crust. Let it cool. Once that is done pour the jam over the cake and enjoy!

Freitag, 18. Dezember 2015

18. Dezember / December 18th - Hurðaskellir

Property of Mjólkursamsalan (MS) Icelandic Dairies
Endlich mal wieder einer, der es nicht nur auf unsere Essensreste abgesehen hat. Dafür ist er aber ein ganz schöner Schlingel. Hurðaskellir ist der Türzuschläger, nicht schwer zu erraten, was er so anstellt oder? Besonders gerne macht er das mitten in der Nacht. Wenigstens vergreift er sich nicht an den neuesten Plätzchen, die gestern bei uns aus dem Ofen gekommen sind. Hier das Rezept für euch alle zum Nachbacken - ist zwar recht (zeit-) aufwendig aber es lohnt sich!

Vanille Shortbread mit Karamell
aus "essen&trinken" 11/2013

Zutaten (für ca. 40 Stück):

Karamell
- 200g Zucker
- 40g Butter
- 100ml Schlagsahne

Shortbread
- 2 Vanilleschoten
- 300g Mehl
- 50g Speisestärke
- 200g weiche Butter
- 100g feinster Zucker
- Salz
- 200g Zartbitterkuvertüre

1. Zucker in einer Pfanne (20 cm Ø) hellbraun karamellisieren lassen. Erst rühren, wenn der gesamte Zucker geschmolzen ist (besser: nur die Pfanne rütteln, um den Zucker zu verteilen!). Butter und Sahne zugeben, dann unter Rühren 3 Minuten karamellbraun einkochen. Wenn das ganze zu dickflüssige ist evtl. etwas mehr Sahne hinzufügen. Abkühlen lassen.
2. Vanilleschoten einritzen und das Mark herauskratzen. Mehl, Stärke, Butter, Vanillemark, Zucker und 1 Prise Salz mit den Händen rasch zu einem glatten Teig verkneten. Teig auf Backpapier geben und zu einem Quadrat formen. Mit einem 2. Backpapier belegen. Teig 5 mm dick ausrollen, dabei darauf achten, dass der Teig so quadratisch wie möglich bleibt. 2 Stunden kalt stellen.
3. Aus dem Teig mit einem scharfen Messer und einem langen Lineal Rechtecke von 5 x 2 cm schneiden. Rechtecke mehrmals mit einer Gabel einstechen und mit etwas Abstand zueinander auf mit Backpapier belegte Backbleche legen. Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad (Gas 2-3, Umluft 160 Grad) 15-18 Minuten backen. Auf den Blechen abkühlen lassen.
4. Die Hälfte der Plätzchen mit Karamell bestreichen (evtl. Spritzbeutel benutzen) und mit einem 2. Plätzchen belegen. Kuvertüre hacken, in einer kleinen Schüssel in einem warmen Wasserbad schmelzen. Shortbread zur Hälfte in die Kuvertüre tauchen und kurz auf einem Gitter abtropfen lassen. Vom Gitter nehmen und auf Backpapier trocknen lassen.


Finally another Yule Lad who is not keen on stealing our leftovers, but he's a naughty guy I can tell you. Door-Slammer is the English name of Hurðaskellir, it's not that difficult to guess what he's up to, is it? Unfortunately he indulges his passion preferably during the night time. At least he won't touch this marvellous shortbread that just came out my oven the other day. Here's the recipe for you. It takes quite a while and it is slightly ambitious but it's definitely worth it!

Vanilla shortbread with caramel
from German food magazine "essen&trinken" 11/2013

Ingredients (for about 40 pieces):

Caramel
- 200g sugar
- 40g butter
- 100ml whipping cream

Shortbread
- 2 vanilla pods
- 300g flour
- 50g corn flour
- 200g (soft) butter
- 100g sugar
- salt (if butter unsalted)
- 200g dark cooking chocolate

1. Give sugar into a small pan and let it melt until it is bright brown. Only start to stir when the whole sugar is melted. Then add butter and cream and stir for about 3 minutes. If the caramel is too thick just add a little more cream. Set to cool.
2. Scrape the vanilla out of the pods. Knead the flour, corn flour, butter, vanilla, sugar and a pinch of salt with your hands to a smooth dough and place it on a sheet of baking paper. Form the dough to a square, place a second sheet of baking paper on top and roll it until it is only about 5mm thick. Make sure it remains in a square shape. Set to cool for at least 2 hours.
3. Cut the dough with a sharp knife and a long ruler into rectangles of 5x2cm. Pierce the rectangles with a fork and place them on a baking paper covered baking tray. Bake in the preheated oven at 180° C (fan 160° C) for 15 to 18 minutes. Set to cool on the baking tray.
4. Spread the caramel on one half of the shortbreads, maybe use an icing bag. Place a second shortbread on top. Heat the cooking chocolate in a bain-marie. Dip half the shortbread into the melted chocolate, drain on a cake rack and then set down on a sheet of baking paper to dry.

Dienstag, 15. Dezember 2015

15. Dezember / December 15th - Þvörusleikir

Damit wären wir bei Tag 4, dem Tag der uns Þvõrusleikir, den "Kochlöffellecker" beschert. Kann man es ihm verübeln? Nicht wirklich, oder? Was gibt es denn bitte Besseres, als den Kochlöffel oder Teigschaber abzuschlecken, den man zum Beispiel gerade beim Plätzchen backen verwendet hat?

Ich finde es immer sehr spannend, wenn ich mir die Statistiken meines Blogs anschaue. Wo kommen die Leute her, die meinen Blog lesen? Worüber finden sie ihn? Welche Suchbegriffe führen den Leser letztendlich auf meine Seite? In den letzten Wochen wurde der Blog ungewöhnlich häufig aufgerufen, die allermeisten Zugriffe habe ich auf das Nougatplätzchen-Rezept, das ich vor zwei Jahren in meinem virtuellen Adventskalender gepostet habe. 

Wenn ihr das noch nicht kennt oder das Rezept verloren habt, habt ihr den Link dazu noch einmal hier. Für die deutschen Leser gibt es nur den Link zum Post von vor zwei Jahren, für mein zahlreiches neue englischsprachiges Publikum gibt es unten eine (hoffentlich verständliche) Übersetzung. Dieses Jahr habe ich die noch nicht gebacken, aber die stehen ganz oben auf der To-do-Liste! Viel Spaß beim Kochlöffel abschlecken!


Property of Mjólkursamsalan (MS) Icelandic Dairies

There we go, day 4 - the day that brings us Þvörusleikir also known as Spoon-Licker in English. Now have a guess what he's up to. But how could you resent? Is there anything better than licking the spoon that you just used baking cookies? Probably not.

I'm always curious about what makes people read my blog. How do they get there? Is it because they see it on Facebook? Or do they search for something specific? These days I have a lot of page views because of the recipe for nougat cookies I posted two years ago.

So far I did not bake them but they are definitely on top of my to-do-list. I bought quite a few ingredients a couple of weeks ago in Germany as it will be very hard or nearly impossible to find them over here. Maybe you'll find them somewhere, I was told that Polish supermarkets offer a wide range. Anyway here is the recipe:

Nougat cookies

Ingredients:
200g "Nuss-Nougat" (it's like a solid version of Nutella)
300g flour
1/2 tsp. baking powder
100g butter
1/2 tsp. cinnamon
1 pck vanilla sugar (or 1 tsp. vanilla extract)
1 egg

for the filling:
200g "Nuss-Nougat"

for decoration:
50g dark cooking chocolate
25g chopped pistachios

1. Dice the Nuss-Nougat into very small pieces. Mix flour and baking powder in a big bowl then add all other ingredients. Knead the dough at first softly and then with the highest power until evenly soft. Wrap it with cling film and place it in the fridge for about 30mins.
2. Place a sheet of baking paper on a baking tray and preheat the oven at 180° C (no fan).
3. For the filling dice the other "Nuss-Nougat" into 80 evenly sized pieces.
4. Divide the cold dough into 80 pieces and flatten them. Place a piece of "Nuss-Nougat" in the middle, fold it in and form a little ball. Place these balls on the baking tray and bake them for approx. 12mins. Then let them cool down.
5. Melt the cooking chocolate and sprinkle it over the cold cookies as well as the chopped pistachio.

I know these cookies are quite a huge work. But it's definitely worth it. Once you've tried them you become addicted especially to the semi melted nougat core. After all there has to be a reason why hundreds of people are looking for this special post from two years ago. And then of course, enjoy the spoon licking!



Sonntag, 13. Dezember 2015

13. Dezember / December 13th - Giljagaur

Der zweite der Jólasveinar, der aus den Bergen zu uns kommt ist Giljagaur. Sein Name bedeutet auf deutsch soviel wie "Schluchtenkobold". Und was macht dieser Schelm? Er wartet auf die perfekte Gelegenheit sich in den Kuhstall zu schleichen und Milch zu stehlen.

Für euch bringt er dieses Jahr aber das Rezept für einen selbstgebackenen Walnussstollen. Das Rezept ist nicht mein eigenes, wieder einmal gemopst von der Mutter von Jans ehemaliger Kollegin aus München.

Walnussstollen (Foto am Ende der Seite)

Zutaten:
250g Butter
200g Zucker
250g Quark (40%)
200g gehackte Walnüsse
500g Mehl
1 Pck. Weinsteinbackpulver
1 Pck. Vanillezucker
2 EL Rum

1. Alle Zutaten bis auf da Mehl und die Walnüsse mit einem Knethaken gut durchkneten, dann nach und nach das Mehl hinzufügen. Zum Schluss werden die Walnüsse kurz untergeknetet.
2. Den Teig mit den Händen in die typische Stollenform bringen: dazu zu einem ungefähr 30x30cm großen Quadrat formen und gut zwei Drittel überschlagen. Den Stollen auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech im auf 180° vorgeheizten Backofen auf der zweiten Schiene von unten ca. 60min mit Ober-/Unterhitze backen.

Der Arbeitsaufwand ist minimal, das Ergebnis unglaublich lecker. Angeblich soll der Stollen besser werden, wenn er länger liegt. Dafür hätte er allerdings vor uns in Sicherheit gebracht werden müssen. 


Property of Mjólksamsalan (MS) Icelandic Dairies

The second Yule Lad to arrive is Giljagaur. His English name is "Gully Gawk" as he hides in gullies just waiting for the opportunity to creep into the cow sheds and steal milk.

But this year he brings you the recipe for a home made German style walnut stollen. It's not my recipe. I pinched it from the mother of Jan's former colleague in Munich.

Walnut stollen

Ingredients:
250g butter
200g sugar
250g quark (see below)
200g chopped walnuts
500g flour
1 pck baking powder (=16g)
1 pck vanilla sugar (if available, otherwise 1 tsp vanilla extract)
2 tbsp rum

1. Mix a dough of all ingredients except the flour and the walnuts. Then add the flour bit by bit and knead the walnuts into the dough at the very end.
2. Form the dough into a square of approx. 1x1ft (30x30cm) and overlap two thirds. This is the typical stollen shape. Place the stollen on a baking paper covered baking tray and bake it in the preheated oven at 180° C for about 60mins.

The amount of work is very little, the result "fantastelicious" (just created this word myself). Obviously the stollen becomes even better the longer it rests - I can't say anything about that now as it didn't last longer than a week in our kitchen...

Stollen is a typical German thing in the festive season just like the Christmas Pudding in the UK and Ireland. The quark that is used for this recipe is also a very typical German thing. It is kind of a soft cheese usually available as full fat, half fat and low fat. Here in Ireland you will find it in Tesco stores as a fat free version but you might probably find it in Polish supermarkets as well. And don't worry about the low amount of fat, use it as an excuse to eat another slice!



Samstag, 13. Juni 2015

Kulinarisches Irland (22) - Full Irish Breakfast


Die Meinungen werden sicherlich auseinander gehen. Full Irish Breakfast - ein Klassiker, den man in vielen B&Bs und Hotels zum Frühstück serviert bekommt. Viele mögen es nicht. Ich schon. Besonders über den Pudding, die in Scheiben geschnittene und angebratene Blut- und Leberwurst, freue ich mich immer ganz besonders.

Letzte Woche hatten wir Besuch von Freunden aus Deutschland und da hat es sich endlich einmal angeboten zu Hause für alle ein Full Irish Breakfast zuzubereiten.

Bestehen tut es aus:
  • Baked Beans, Bohnen in Tomatensauce
  • ein oder zwei oftmals recht fettigen Schweinswürstchen
  • je einer Scheibe Black und White Pudding
  • ein oder zwei Scheiben Bacon, der mit dem krossen Bacon, den man sonst von Frühstücksbuffets kennt wenig gemein hat
  • einem Spiegelei
  • gegrillter Tomate
  • manchmal gibt es auch Hash Browns, so etwas wie Kartoffel-Rösti-Ecken, dazu
  • und manchmal auch Pilze
  • und dann gibt es natürlich Toast, Tee und Orangensaft
In Belfast haben wir kürzlich eine nette Variante kennengelernt, das Ulster Fry. Dabei wird das Brot, gerne auch Kartoffelbrot, in reichlich Fett ausgebacken.

Natürlich ist das kein Essen für jeden Tag. Und man muss es auch nicht unbedingt zum Frühstück essen. Auf jeden Fall ist man danach für eine sehr lange Zeit gut gesättigt. Bei uns gab es jetzt eine kleine Überraschung: Jan konnte sich bislang gerade mal mit dem White Pudding, der Leberwurst anfreunden. Besonders geschmeckt hat er ihm in diesem Gericht. Dieses Mal war er soweit, dass er auch den Black Pudding, die Blutwurst, probiert hat und ihn gar nicht so schlecht fand. Es scheint da also große qualitative Unterschiede zu geben. Vielleicht bekomme ich ihn in Kürze ja doch dazu, dieses Gericht mit mir zu essen.

Freitag, 29. Mai 2015

Kulinarisches Irland (21) - Fish & Chips

Auf der Suche nach tollen neuen Rezepten stoßen wir immer mal wieder auf (zumindest in Irland) bekannte Personen. Dieses Mal haben wir virtuelle Bekanntschaft mit Donal Skehan gemacht. Ein junger Bursche, noch keine 30, aus Dublin stammend, mit 21 einen Food-Blog gestartet, inzwischen hat er mehrere TV-Shows gehabt, mehrere Kochbücher veröffentlicht und ganz nebenbei war er auch mal in einer irischen Boyband und hat am irischen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest 2008 teilgenommen. Auf jeden Fall ist er es wert, dass man sich seinen (Koch-)Künsten mal ein wenig näher begibt. Von seinem musikalischen Talent habe ich mir jetzt kein Bild machen wollen.

Jedenfalls hat er ein sehr spannendes Rezept für Fish & Chips. Mal ehrlich, wie kann es sein, dass ich mich so lange vor diesem Klassiker gescheut habe? Es ist in der Tat ausgesprochen einfach und die speziellen Chips die er zubereitet sehen zum Einen fantastisch aus, zum Anderen schmecken sie auch so. Mehr zu den Kartoffeln später - jetzt gibt es erstmal das Rezept.


Fish & Chips (Hasselback Kartoffeln)
für 2 Personen

Zutaten:
2 Fischfilets
einige Babykartoffeln, je nach Hunger
Mehl
kaltes Bier
grobes Meersalz, Pfeffer
Butter
1l Sonnenblumenöl
Zitrone
1 Hand voll TK-Erbsen
einige Blätter frische Minze



1 Fangen wir mit den Kartoffeln an. Diese werde (roh) in die Mulde eines Kochlöffels gelegt und dann mit einem scharfen Küchenmesser ungefähr alle 3mm eingeschnitten. Der Kochlöffel verhindert, dass man komplett durchschneidet. Keine Angst, es ist wirklich einfach und dauert auch gar nicht so lange. Die Kartoffeln werden dann mit der nicht eingeschnittenen Seite auf ein Backblech gelegt und mit zerlassener Butter bepinselt, anschließend mit groben Meersalz bestreut und für gut 45min in den auf 200° C vorgeheizten Ofen geschoben. Dann ist erst einmal Pause, denn der Fisch braucht nicht lange.
2 Nach gut einer halben Stunde geht es weiter: Der Fisch (enthäutet) wird rundum mit Salz und Pfeffer gewürzt und in einer Schüssel mit Mehl gewendet. Anschließend wird dem Mehl kaltes Bier hinzugeben und gut verrührt, gerade so viel, dass ein leicht flüssiger, glatter Teig entsteht. Darin werden die Fischfilets nun gewendet und dann direkt in einen hohen Topf mit gut 1l heißem Sonnenblumenöl für ungefähr 5 Minuten knusprig golden frittiert. Danach auf ein Stück Küchenpapier legen, damit der Fisch etwas vom überschüssigen Fett verliert.
3 Die TK-Erbsen werden zeitgleich in einem kleinen Topf mit 1 EL Butter gedünstet. Ein bisschen Salz und Pfeffer sowie ein paar Miniblätter (ganz nach Geschmack) dazu und alles gut pürieren - das muss nicht absolut fein sein.
4 Der Fisch wird mit den Kartoffeln, dem Erbsen-Minz-Püree und ein Zitronenspalten serviert. Dazu wird noch Ketchup oder Remoulade gereicht und ein ordentliches Bier dazu getrunken. Perfektes Pub-Feeling für zu Hause.

Zwei Dinge muss ich noch erwähnen:

Der gute Donal hat in seinem Rezept Mengenangaben gemacht. Davon habe ich mich komplett entfernt und einfach mal nach Gefühl gekocht. Das ist bei diesem Rezept dringend zu empfehlen. Eine weitere Empfehlung: sucht mal nach Donal Skehan und seinem Food-Blog, absolut lohnenswert!

Das Andere sind die Kartoffeln. Diese spezielle Form der Zubereitung nennt sich Hasselback Kartoffeln. Ich musste natürlich recherchieren wo das herkommt. Und ich bin fündig geworden. Diese witzigen, originellen, köstlichen kleinen Dinger wurden wohl im Hotel-Restaurant Hasselbacken auf Djurgarden in Stockholm erfunden und erstmals serviert. Daher der Name. Auf jeden Fall weiß ich, dass es die in Zukunft häufiger bei uns geben wird. Und vielleicht ja auch bei euch!?

Habt wie immer ein schönes Wochenende!

Freitag, 22. Mai 2015

Kulinarisches Irland (20) - Dublin Bay Prawn Risotto

Schon wieder Freitag... Zeit für ein neues irisches Rezept. Und wieder einmal bleibt die Frage, wie irisch ist das hier eigentlich wirklich? Die irischen Klassiker hatte ich – glaube ich jedenfalls – schon sehr schnell abgearbeitet. Aber das ist mit regionaler Küche ja meistens so.

Das heutige Rezept stammt zumindest wieder von Clodagh McKenna, einer irischen Köchin, und enthält eine absolut 100%ig irische Zutat: Garnelen aus der Dubliner Bucht.

Dublin Bay Prawn Risotto
für 2 Personen


Zutaten:
250-300g rohe Garnelen mit Schale
100g TK-Erbsen
1 EL Butter
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
200g Risottoreis
75ml trockener Weißwein
Salz, Pfeffer
frische Petersilie

für den Fond:
1 Möhre
1 Selleriestange
1 Lorbeerblatt
1 EL Tomatenmark

1 Die rohen Garnelen komplett mit Kopf und Schalen in einem großen Topf mit Salzwasser für 3-5 Minuten kochen. Anschließend die Garnelen aus dem Wasser nehmen – das Wasser nicht weggießen sondern aufheben, es wird für den nächsten Schritt benötigt. Die Garnelen von den Köpfen befreien und diese entsorgen. Das macht man am einfachsten indem man den Kopf und den Körper gegeneinander dreht. Dann die Garnelen aus den Schalen pulen. Die Schalen unbedingt aufheben.
2 Die Schalen werden jetzt zurück in das Kochwasser gegeben. Die Möhre wird in Scheiben geschnitten, die Selleriestange fein gewürfelt. Beides kommt zu den Garnelenschalen in das Kochwasser, ebenso das Lorbeerblatt und das Tomatenmark. Das Ganze lässt man nun einmal kurz aufkochen und dann für 30 Minuten bei niedriger Hitze vor sich hin köcheln. Danach wird alles durch ein Sieb gegossen und man hat einen ausgesprochen köstlichen Garnelenfond.
3 Die Butter in einem Topf bei mittlerer Hitze zerlassen. Dann werden die wirklich fein gewürfelten Schalotten und der Knoblauch (in den Rezepten wird er immer gepresst, ich bevorzuge es ihn ultrafein zu hacken) hineingegeben und angedünstet bis sie glasig und weich sind. Anschließend wird der Reis hinzugefügt, mit Salz und Pfeffer gewürzt und für einen kurzen Moment angeröstet, bis er von komplett mit der Butter bedeckt ist.
4 Jetzt wird der Reis mit dem Weißwein abgelöscht. Das Ganze soll einen Moment richtig kochen, damit der Alkohol verfliegen kann und nur den Geschmack zurücklässt. Und dann geht es an den Fond. Dieser wird in kleinen Mengen (kellenweise) nach und nach hinzugefügt. Insgesamt benötigt man für diese Menge Reis ungefähr einen halben Liter. Und es muss ständig gerührt werden. Erst wenn der Reis den Fond komplett aufgenommen hat wird die nächste Kelle hinzugefügt. Alles in allem dauert das gut 15 Minuten. Kurz vor Ende werden die Erbsen hinzugefügt und noch einmal später die Garnelen, die sollen jetzt nur noch mal im Reis erwärmt werden. Vor dem Servieren wird dann noch ein bisschen frisch gehackte Petersilie unter das Risotto gehoben. Und jetzt ran an den Tisch und genießen!

Es müssen für dieses Rezept keine Dublin Bay Garnelen sein, es gehen natürlich auch alle anderen. Wichtig ist aber immer, dass sie roh und ungeschält sind. Ich denke auch, dass man außerhalb Irlands wahrscheinlich gar keine Dublin Bay Prawns bekommt. Lecker sind sie schon, die kleinen Dinger, aber auch gefährlich: die Schale ist vergleichsweise hart und hat ziemlich spitze Kanten, die sich beim pulen ganz schön in die Fingerspitzen bohren. Besonders überrascht hat mich aber der Preis: an der Fischtheke im Supermarkt habe ich gerade mal einen Kilopreis von 18,- € bezahlen müssen.

Während ich das hier schreibe sitze ich gerade im Flugzeug auf dem Weg nach Deutschland. Besuche bei Familie und Freunden in Hannover sind angesagt. Wo auch immer ihr euch herumtreiben mögt, ich wünsche euch wie immer ein schönes Wochenende!

Freitag, 15. Mai 2015

Kulinarisches Irland (19) - Beef and Guinness Pie with Chocolate

Letzte Woche bin ich euch mein irisches Rezept schuldig geblieben. Das Problem ist, dass man sich die Rezepte manchmal vorher gründlich durchlesen sollte. Jan hatte mir gesagt, dass er gegen 18 Uhr zu Hause sein würde, also habe ich eine gute Stunde vorher mit den Vorbereitungen begonnen. In der Mitte des Rezeptes angekommen habe ich dann gelesen, dass das Fleisch jetzt 2 Stunden garen soll, bevor es dann für weitere 45 Minuten in den Ofen kommt.

Also sind wir spontan Essen gegangen. Und Jan hat den Pie am nächsten Tag zu Ende zubereitet. Und darum hatte ich letzte Woche nichts zu posten. Aber damit wird auch der Wunsch meiner Kollegen erfüllt mal etwas zu posten, was Jan zubereitet hat.

Der Pie ist wieder nach einem Rezept von Clodagh McKenna. Die Kombination mit der Schokolade ist dabei durchaus interessant. Und das meine ich nicht im Sinne von "interessant ungenießbar". Zugegeben, für mich war es keine kulinarische Erfüllung aber geschmeckt hat es - sonst würde ich euch nicht das Rezept verraten...

Beef and Guinness Pie with Chocolate
für 2 Personen
Zutaten:
350g Rindersteak
1 EL Mehl
1 EL Olivenöl
3 Schalotten
1 Stange Sellerie
1 Knoblauchzehe
frischer Thymian
2 Champignons
200ml Guinness
1 EL Zartbitter-Schokodrops
Salz, Pfeffer

10g Butter
20g Mehl

220g TK-Blätterteig
1 Ei

1 Das Steak in 1-2cm große Würfel schneiden und in einer Schüssel mit dem Mehl bestäuben, mit Salz und Pfeffer würzen und alles gut vermischen, so dass das Fleisch rundum bemehlt und gewürzt ist.
2 Die Fleischwürfel in einem beschichteten Topf im heißen Öl anbraten und für gut 5 Minuten anbraten bis es rundum gebräunt ist. Dann aus der Pfanne nehmen.
3 In der Zwischenzeit die Schalotten und die Selleriestange fein würfeln, den Knoblauch hacken und die Thymianblättchen von den Stielen zupfen, die Pilze in dünne Scheiben schneiden. Alles in der selben Pfanne für gut 5 Minuten anbraten. Dann das Fleisch wieder hinzugeben, durchrühren und mit dem Guinness ablöschen. Und jetzt kommt's: Das Ganze für gut 1,5 bis 2 Stunden auf kleinster Stufe köcheln lassen.
4 Das Fleisch und Gemüse durch ein Sieb gießen und die Flüssigkeit auffangen. Die Butter in einem kleinen Topf zerlassen, einen Löffel der Flüssigkeit hinzufügen und das Mehl einrühren. Nach und nach die restliche Flüssigkeit unter ständigem Rühren zu der Mehlschwitze hinzufügen, zum Schluss die Schokodrops einrühren und schmelzen lassen. Das Fleisch wieder in die Sauce geben, gut vermengen und abkühlen lassen. Jetzt schon mal den Ofen auf 180° C vorheizen.
5 Entweder eine große oder zwei kleine Pieformen mit dem Blätterteig auslegen und das Fleisch hineinfüllen, anschließend mit einem "Blätterteig-Deckel" passend abdecken. Der Deckel wird mit einem scharfen Messer kreuzweise eingeschnitten und mit dem verquirlten Ei bepinselt. Das Ganze kommt jetzt für 45 Minuten in den Backofen auf die mittlere Schiene und dann kann endlich gegessen werden.

Fazit: Es lohnt sich, aber man muss Zeit einplanen. Dieser Pie ist nichts, was man abends mal eben schnell gemacht hat. Es ist ein positiv interessanter Geschmack, den man aber auch nicht immer braucht. Einfach mal ausprobieren... Bei uns gab es einen Salat aus Ruccola dazu.

Dieses Wochenende werden wir nach Galway fahren, um wieder einen Pin auf die neue Karte (siehe unten) setzen zu können - darum ist das irische Gericht für diese Woche auch schon gekocht worden und wartet darauf veröffentlich zu werden. Euch allen ein schönes Wochenende!

Freitag, 1. Mai 2015

Kulinarisches Irland (18) - Cashel Blue, Caramelised Onions and Thyme Pizza

Heute gibt's Pizza. Aber mal anders als gewohnt. Irische Pizza.

Es war mal an der Zeit für ein neues Kochbuch. Eigentlich war das gar nicht geplant, aber als wir letztens mit unserem Besuch so durch die Kaufhäuser geschlendert sind stand ich plötzlich vor diesem Buch. Und den Namen der Autorin hatte ich schon mal auf der Arbeit gehört, als mir eine Kollegin von einem tollen Rhabarber-Ingwer-Käsekuchen erzählt hatte. Das Buch rasch durchgeblättert wusste ich, das will ich haben, Jan davon überzeugt und gekauft. Jetzt steht eine Ausgabe von "Clodagh's Irish Kitchen" von Clodagh McKenna in unserem Bücherregal. Und das erste Rezept, was ich daraus gekocht habe kann sich definitiv sehen und schmecken lassen. Hier ist es (von mir mal wieder leicht abgewandelt):

Cashel Blue, Caramelised Onions and Thyme Pizza
ergibt 1 Pizza für 2 Personen

Zutaten:
200g Mehl
1 Pck. Trockenhefe
ca. 150ml lauwarmes Wasser

50g Butter
2 Zwiebeln
1 TL brauner Zucker
Olivenöl
150g Cashel Blue (oder anderer Blauschimmelkäse)
frischer Thymian
Ruccola
Meersalz, frisch gemahlener Pfeffer



1 Für den Teig das Mehl und Hefe vermischen und mit dem lauwarmen Wasser zu einem "perfekten" Teig kneten. Das Wasser nur nach und nach hinzufügen, damit der Teig nicht zu fest aber auch nicht zu klebrig wird. Wenn man mit der Küchenmaschine arbeitet ist das natürlich leicht gesagt, ich weiß... Clodagh (das ist übrigens ein irischer Frauenname) verwendet frische Hefe. Weil ich die aber nicht bekommen habe, habe ich das Rezept auf Trockenhefe abgewandelt. 
2 Den Teig für gut 2 Stunden gehen lassen und dann dünn ausrollen. Kurz vor Ende der 2 Stunden kann dann schonmal mit dem Belag begonnen werden (und der Ofen kann auf 180° C vorgeheizt werden): Die Zwiebeln vierteln und dann in wirklich feine Streifen schneiden. Die Butter in einem Topf bei mittlerer Hitze schmelzen lassen, die Zwiebeln hinzufügen und mit Deckel für 10 Minuten dünsten lassen. Danach wird der braune Zucker hinzugefügt und die Zwiebeln so lange umgerührt bis sie eine schöne braune Farbe angenommen haben. Während die Zwiebeln vor sich hin garen kann man auch schon einmal die Thymianblättchen von den Stielen zupfen, soviel, dass es gut 2 Teelöffel werden.
3 Den ausgerollten Pizzateig mit ein wenig Olivenöl bestreichen und die karamellisierten Zwiebeln gleichmäßig darauf verteilen. Den Käse zerbröseln und über die Zwiebeln geben, dann noch die Thymianblättchen obenauf und mit Meersalz und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer würzen. Dann kommt das Ganze für 20 Minuten in den Backofen.
4 Nach dem Backen noch etwas Ruccola darüber geben und ganz schnell genießen!

Cashel Blue ist ein schnittfester aber weicher und cremiger Blauschimmelkäse mit kräftigem Geschmack, fester als z.B. Gorgonzola aber weicher als z.B. Bergader Edelpilz. Er ist - wie könnte es anders sein - ein irischer Käse und wird ausschließlich von der Familie Grubb in - der Name verrät es - Cashel im County Tipperary hergestellt. Für diese Pizza kann man natürlich auch anderen Blauschimmelkäse verwenden, aber dann ist sie nur noch halb so irisch!

Die Aromen des Käse, der karamellisierten Zwiebeln und des Thymian haben einen unglaublich tollen Geschmack ergeben, vom Geruch, der sich durch die ganze Wohnung gezogen hat ganz zu schweigen. Diese Pizza ist dringendst zu empfehlen!

Habt ein schönes Wochenende!

Freitag, 24. April 2015

Kulinarisches Irland (17) - Banoffee Pie

So langsam wird es schwierig, typisch irische Rezepte zu finden. Was ich jedoch bislang völlig außen vor gelassen habe sind die süßen Dinge.

Letzte Woche waren wir auf Heimaturlaub in Norddeutschland. Am Wochenende haben wir den Geburtstag von Jans Vater nachgefeiert. Relativ spontan haben wir gefragt, ob wir noch einen Kuchen backen sollen und uns dann kurzerhand für einen Banoffee Pie entschieden. Den hatten wir vorher schon das ein oder andere Mal in unserem Bistro/Feinkostladen unten im Haus zum Sonntagskaffee gekauft und immer auf die Gelegenheit gewartet, mal selbst einen zu machen. 

Der Banoffee Pie ist genau genommen nicht irisch sondern britisch. Aber ich denk mir immer, dass man darüber hinwegsehen kann. Fakt ist: er ist köstlich und jede Sünde wert! "Banoffee" ist übrigens eine Wortschöpfung, die die beiden Hauptbestandteile, dieses Kuchen enthält: Bananen und Toffee.

Banoffee Pie
für mindestens 12 Stücke (auch wenn's schwerfällt)



Zutaten
für den Boden:
360g Butterkekse (Digestives)
200g Butter

für den Toffee:
150g Butter
150g brauner Zucker
570g Kondensmilch

für den Belag:
4-5 reife Bananen
400ml Schlagsahne
Schokoraspel oder Kakaopulver

1 Für den Boden die Butter in einem Topf zerlassen und die Kekse fein zerbröseln. Im Original nimmt man eigentlich Digestives, die in Irland und Großbritannien sehr geläufig sind. In Deutschland sucht man sich da ganz schön dumm. In der Not habe ich auf "Bahlsen Landkekse" zurückgegriffen, die kommen dem Original sehr nahe. Dabei handelt es sich um Butterkekse mit einem Anteil an Haferflocken. Die Kekse werden mit der Butter gut vermischt und dann in eine gefettete Springform (Durchmesser 24-26cm) gegeben und gut am Boden und am Rand festgedrückt. Die Form anschließend für gut 10 Minuten in den Kühlschrank stellen.
2 In der Zwischenzeit wird der Toffee zubereitet. Dafür wird der Zucker mit der Butter in einer Pfanne zerlassen und solange gerührt, bis alles komplett flüssig ist. Dann wird die Kondensmilch hinzugefügt und alles aufgekocht. Das Ganze wird so lange unter ständigem Rühren gekocht, bis der Toffee die gewünschte Konsistenz hat. Das hat bei mir ca. 5 Minuten gedauert, allerdings habe ich dann noch weiter gemacht, wodurch der Toffee vielleicht ein wenig zu fest geworden ist. Der fertige Toffee wird dann auf den Butterkeks-Boden gleichmäßig verteilt.
3 Wir haben den Kuchen bis hierher vorbereitet und ihn dann über Nacht in den Kühlschrank gestellt. Dadurch ist der Rand schön fest geworden und beim aus der Form nehmen (erstaunlicherweise) nicht auseinander gebrochen. Am nächsten Tag, kurz vor dem Servieren, haben wir dann die Bananen in dünne Scheiben geschnitten und die Sahne fest (aber nicht ganz steif) geschlagen. Einen Teil der Bananenscheiben haben wir auf dem Toffee verteilt, einen weiteren Teil haben wir unter die geschlagene Sahne gemischt und diese auf den Kuchen gegeben. Einen kleinen Teil der Bananen haben wir für die Deko obenauf zurückgehalten. Der Kuchen wird dann noch mit Schokoraspeln oder Kakaopulver dekoriert und genossen.

Wer bei dieser kleinen Köstlichkeit anfängt an Kalorien zu denken, der ist selber Schuld! Und wenn ihr diesen Kuchen macht, vergesst nicht uns einzuladen - wir lieben ihn! Habt ein schönes Wochenende.

Freitag, 17. April 2015

Kulinarisches Irland (16) - Black pudding auf karamellisierten Äpfeln

Erinnert ihr euch noch an das Rezept mit den gefüllten Hähnchenbrüsten vor ungefähr 6 Wochen? Für die Füllung habe ich da "White Pudding" verwendet, eine Art Leberwurst, die aufgeschnitten und gebraten ein Teil des "Full Irish Breakfast" ist.

Black Pudding ist das Equivalent zum White Pudding, allerdings handelt es sich hierbei um eine Blutwurst. Und sowas mag ich ja schon sehr. Jan habe ich bisher immer noch nicht davon überzeugen können. Letzte Woche war Jan abends mit seinen Kollegen aus und da habe ich die Chance genutzt und mir nach der Arbeit noch ein leckeres Mahl gekocht, das Jan wohl niemals anrühren wird.

Warme irische Blutwurst und karamellisierter Apfelsalat
für ca. 2 Personen oder 4 Personen als Vorspeise

Zutaten:
350g Black Pudding
2-3 große Speiseäpfel
flüssiger Honig
Aceto Balsamico
Olivenöl, Salz, Pfeffer
gemischte Salatblätter



1 Den Ofen auf 180° C vorheizen, dann die Blutwurst in 1-2cm dicke Scheiben schneiden und auf ein Backblech mit Backpapier legen und für ca. 10 Minuten backen.
2 Unmittelbar mit den Äpfeln beginnen: diese werden geschält und in Spalten geschnitten und dann in einer Pfanne mit Honig karamellisiert. Das Originalrezept sieht 90g Honig vor. Mir war das irgendwie zu doof, den abzuwiegen und ich habe den Honig nach Gefühl über die Äpfel gegeben. Die Pfanne muss ofenfest sein, denn...
3 wenn die Äpfel karamellisiert sind, werden sie mit Aceto Balsamico abgelöscht und die Pfanne anschließend für 5 Minuten mit in den Backofen gestellt. Für den Aceto Balsamico sieht das Originalrezept auch eine unglaublich große Menge vor. 175ml erschienen mir dann doch sehr viel. Auch hier habe ich einen guten Schuss ganz nach Gefühl drüber gegeben.
4 Die Äpfel werden dann aus der Pfanne genommen und die Flüssigkeit in der Pfanne mit einem Tropfen Olivenöl, Salz und Pfeffer zu einem feinen Dressing für die Salatblätter vermischt. Tobt euch einfach aus: so viel und was ihr wollt! Ich hatte noch eine kleine Packung Baby-Blattspinat im Kühlschrank und habe den verwendet.

Dann wird alles hübsch angerichtet und genossen. Die verschiedenen Aromen haben mal wieder perfekt miteinander harmonisiert: der süße, karamellisierte Apfel mit der leichten Säure durch den Essig, die würzige Blutwurst und der fein aromatische, leicht herbe Blattspinat. Ich freue mich schon, wenn Jan mal wieder außer Haus ist, dann mach ich mir das wieder!

Ich wünsch euch wie immer ein schönes Wochenende und schick euch viele Grüße aus Norddeutschland. Zum ersten Mal seit wir Deutschland verlassen haben sind wieder hier zum Familienbesuch. Nächsten Monat folgt ein Besuch in Hannover und dann im Juni/Juli ein Besuch in Bayern. Wir freuen uns, euch bald mal wieder zu sehen!

Freitag, 10. April 2015

Kulinarisches Irland (15) - Wurzelgemüse & Ziegenkäseauflauf

Es ist schon einige Zeit her, seit dieses Gericht bei uns auf dem Tisch stand und ich weiß eigentlich auch gar nicht, warum ich es euch so lange vorenthalten habe. Dabei war es ausgesprochen lecker und unbedingt wiederholenswert.

Wurzelgemüse & Ziegenkäseauflauf
für 4 Personen

Zutaten: 
350 ml Gemüsebrühe

500 g Süßkartoffeln, geschält und in dünne Scheiben geschnitten 

500 g Pastinaken, geschält und in dünne Scheiben geschnitten
2 EL Speisestärke, mit 5 EL Wasser gemischt
2 Knoblauchzehen
50 ml Sahne
10 g frischer Rosmarin, Blätter gepflückt
45 g Walnüsse, grob gehackt
60 g Ziegenkäse, gerieben
1 Kopf Brokkoli, in Röschen gehackt

1. Den Backofen auf 180° C (Umluft) vorheizen. Die Süßkartoffeln und die Pastinaken schälen und in dünne Scheiben schneiden. In einem großen Topf die Brühe erhitzen, die Süßkartoffeln und Pastinaken zur Brühe geben und zum Kochen bringen. Danach für 7-10 Minuten dünsten. Das Gemüse mit einem Schaumlöffel aus der Brühe entfernen und beiseite stellen.
2. Den Knoblauch fein hacken und mit der Speisestärke-Wasser-Mischung zusammen einem Topf langsam erhitzen dann zum Kochen bringen und köcheln lassen, bis es verdickt. Vom Herd nehmen und die Sahne einrühren. 

3. In einer Auflaufform die Hälfte der Pastinaken und Süßkartoffeln schichten und mit der Hälfte des Rosmarin und die Hälfte der Walnüsse, dann die Hälfte der Sauce darüber gießen. Mit den restlichen Pastinaken, Süßkartoffeln, Sauce, Rosmarin und Nüsse wiederholen, zum Schluss den Käse darüber streuen und im Backofen für ca. 10-15 Minuten überbacken, bis der Käse geschmolzen und die Walnüsse gebräunt sind. Die restlichen Rosmarinnadeln darüber streuen. 
4. Inzwischen einen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen, den Brokkoli zufügen und 5 Minuten kochen lassen. Den Brokkoli mit dem Gemüseauflauf servieren.

Zugegeben, ich war erst ein wenig verwundert, warum der Brokkoli als Beilage zu dem Auflauf serviert wird und nicht hineinkommt. Aber wie sagt man so schön? Im Magen kommt dann doch alles zusammen... Es passt auf jeden Fall sehr gut zusammen.

Wir haben dieses Rezept in einem Blog gefunden, der zweisprachige (deutsch & englisch) irische Rezepte enthält. Hm, da bin ich wohl nicht der Erste, der diese Idee hatte!? Mal sehen, was dieser Blog noch so alles hergibt.

Habt wie immer ein schönes Wochenende!

Freitag, 3. April 2015

Kulinarisches Irland (14) - Warmer Specksalat mit Blattspinat

Was macht dieses Rezept typisch irisch? Ehrlich, ich hab keine Ahnung. Es ist wohl einzig und allein die Tatsache, dass ich es in meinem "Irische Küche"-Kochbuch gefunden habe. Und eigentlich ist der Titel auch nicht so richtig treffend. Aber ich habe schon öfter feststellen müssen, dass die Texte in diesem Buch oft ziemlich schlecht sind, mag es nun an einer schlechten Übersetzung oder woran auch immer liegen. Lecker sind die Rezepte aber eigentlich ausnahmslos.




Gemischter Salat mit warmen Speck und Parmesan
für 2 Personen als Hauptgericht

Zutaten:
120g gemischter Salat: Ruccola, Blattspinat, Brunnenkresse
250g durchwachsener Speck in Scheiben
1 EL Olivenöl
2 EL Aceto bianco oder Apfelessig
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
frisch gehobelter Parmesan
dazu: ein frisches Ciabatta

1 Den Salat putzen und in eine Schüssel geben. Die Speckscheiben in dünne Streifen schneiden und diese in einer Pfanne mit dem Olivenöl bei starker Hitze mehrere Minuten braten, bis sie knusprig braun sind, dann auf Küchenpapier legen.
2 Das Öl in der Pfanne belassen und mit mit dem Essig ablöschen und die Flüssigkeit auf die Hälfte reduzieren lassen. Das wird kräftig spritzen und eine schöne Schweinerei auf dem Herd hinterlassen, aber ein gutes Salatdressing ergeben.
3 Das warme Dressing über den Salat geben, gut durchmischen und auf Teller verteilen. Den Speck gleichmäßig darauf verteilen und mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer und frisch geriebenem/gehobeltem Parmesan servieren und schnell genießen. Ein frisches Ciabatta schmeckt hervorragend dazu.

Das irische Originalrezept schlägt den Parmesan nur als Ersatz vor. Eigentlich soll man "Hobel vom Irish Gabriel oder Desmond Käse aus West Cork" nehmen. Weil wir aber noch Parmesan daheim im Kühlschrank hatten (und ihr den irischen Käse außerhalb Irlands garantiert auch nicht bekommt) habe ich darauf verzichtet beim Einkaufen danach zu suchen. Der Käse hätte das ganze dann doch noch ein bisschen irischer gemacht. Aber egal ob nun authentisch irisch oder nicht - geschmeckt hat es und darauf kommt es an!

Euch allen ein schönes Osterwochenende; genießt die freien Tage und viel Spaß beim Eiersuchen!