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Mittwoch, 23. Dezember 2015

23. Dezember / December 23rd - Ketkrókur

Property of Mjólkursamsalan (MS) Icelandic Dairies
Jetzt ist sie fast komplett, die Runde der Weihnachtsgesellen. Heute erreicht und Ketkrókur, der "Fleischkraller". Es ist nicht gerade nett von ihm, mit Hilfe eines Hakens versucht er sich ein Stück unseres Weihnachtsbratens zu krallen. Oder gar den Ganzen? 

"Weihnachtsbraten" bringt mich darauf, euch von den Unterschieden zwischen Deutschland und Irland zu erzählen. Wenngleich wir das selbe Fest feiern, gibt es doch viele kleine Unterschiede.

Es fängt schon damit an, dass man hier den Advent zwar kennt, ihm aber nicht so richtig Bedeutung zumisst. Einen Adventskranz mit vier Kerzen wird kaum ein echter Ire auf dem Wohnzimmertisch stehen haben. Der Stichtag mit dem hierzulande die Vorweihnachtszeit offiziell beginnt ist der 8. Dezember, auch wenn viel Kaufhäuser und Einkaufszentren schon deutlich früher geschmückt sind. Es hat mich einige Anstrengungen gekostet, herauszufinden, was es damit auf sich hat, denn so bibelfest sind meine irischen Kollegen dann wohl doch nicht. Am 8. Dezember wird das "Fest der Unbefleckten Empfängnis" gefeiert. Und damit geht Weihnachten los. Ab dem Tag fängt der Durchschnittsire an seine Deko aus dem Schrank zu holen und vielleicht sogar auch schon den Weihnachtsbaum aufzustellen. Außerdem strömt ab dem Tag ganz Irland (so scheint es zumindest) in die Dubliner Innenstadt um Weihnachtseinkäufe zu tätigen.

Plätzchen kennt man hier so gut wie gar nicht, auch wenn ich die in meinem Kollegenkreis jetzt ein wenig populär gemacht habe. Die meisten Zutaten für meine Backaktionen hatte ich aber trotzdem im November aus Deutschland importiert. Stollen ist schon ein wenig gängiger, vor allem seit es bei Aldi einen recht guten abgepackten gibt. Traditionell gibt es hier aber "Mince Pies", kleine Mürbeteigtörtchen, die entweder ganz lecker oder richtig eklig sind. Vor allem süß. Und zum Fest gibt es dann natürlich den Christmas Pudding, einen Kuchen mit Trockenobst, Nüssen, viel Fett und Brandy. Die Weihnachtsgans wird dann auch mal eben durch einen Truthahn mit Schinken ersetzt.

Geschenke gibt es dann erst am Morgen des Ersten Weihnachtstages (Christmas Day), die entweder unter dem Baum gelegt oder in die Weihnachtssocken am Kamin gesteckt oder wohl auch den Kindern vors Bett gelegt werden. Christmas Day ist übrigens so ziemlich der einzige Tag im ganzen Jahr, an dem wirklich kein einziges Geschäft geöffnet hat, kein Bus und keine Straßenbahn fährt - landesweiter Stillstand! Damit ist Weihnachten dann aber nicht zu Ende, stattdessen beginnen nun die 12 Weihnachtstage (12 Days of Christmas). Den Abschluss macht "Little Christmas" am 6. Januar. Auch wenn einige noch wissen, dass der Tag kirchlich auch "Epiphanias" genannt wird bringt man ihn in Irland aber eher weniger mit drei weisen Königen in Verbindung.

Generell ist Weihnachten in Irland ein wenig kitschiger. Bunter. Weniger traditionell. Einen Weihnachtspulli zu haben ist Pflicht (ich habe keinen mehr bekommen - alle ausverkauft!). Dennoch ist Weihnachten auch in Irland die schönste Zeit des Jahres!

Unabhängig davon, dass ich diesen Post schreibe hat Jan gestern Abend einen Artikel in der Irish Times aus der Kategorie "Generation Emigration" gefunden. Er berichtet über eine Irin, und wie sie Weihnachten in Deutschland erlebt. Es lohnt sich das zu lesen (auch wenn es nur auf englisch verfügbar ist).


Wicklow Street, Dublin "Happy Christmas To You"
The gang is nearly complete now. Ketkrókur ("Meat-Hook") is the todays Yule Lad's name. This naughty boy - he uses a hook to steal some meat, a slice of turkey and ham or maybe the whole thing!?

While I mention turkey and ham it crosses my mind to tell you about the differences between Ireland and Germany. Even though we're celebrating the same holiday there are quite a few slight differences.

The official start for the festive season in Germany is the fourth last weekend before Christmas, usually the last weekend in November. In Germany we celebrate the advent, the time of waiting for the big thing. It is very common to have a fir wreath with four candles and on the first Sunday of advent you will light the first candle, on the second you will light the same candle and a second one until all candles are lighted. When all four candles are lighted you know there are only a few days left until Christmas. The Christmas tree is usually set up very close to Christmas. I remember when I was a child we used to set it up on the morning of Christmas Eve, same did my grandparents.

Christmas Eve by the way is very important in Germany. Everything happens on Christmas Eve. Even though there is no typical food for that day every family has their own traditions. In the evening, maybe after going to church, you will have your dinner (at my home we always had sausages and potato salad, Jan's family uses to have a clear broth with meat, vegetables and rice) and in the meantime Santa will deliver the presents. Trust me it is the longest day of the year! Santa in German is called "Weihnachtsmann" (literally translated to "Christmas-Man"). And to be honest, nobody really cares about Christmas Day. But on either Christmas Day (we call it the First Christmas Day while Stephen's Day is the the Second Christmas Day) or Stephen's Day usually the whole family comes together and has the German version of turkey and ham: a big, fat Christmas goose with potatoes and red cabbage.

During the festive season we are very busy with baking. In Germany we don't know about mince pies but of course we have heard about Christmas pudding. Traditionally we bake a lot of small cookies (we call them "Plätzchen") and stollen is also very famous. It is kind of a cake most common with raisins and often with marzipan. My colleagues over here got a taste of a small variety of everything.

Once Christmas is over, it's over. We don't celebrate the twelve days of Christmas, but the official end is on the 6th January, same like in Ireland. We don't call it "Little Christmas", we celebrate the churchly Epiphany, the day of the arrival of the three Magi. To be honest nobody really cares about them but in fact it is another public holiday which means another day off (at least in some parts of Germany).

Even though Christmas in Germany has become more and more American over the last years and it can be very flashy and colourful as well I think it is (most of all decoration) still more traditional, we do love wooden crafts from the Erzgebirge. Anyway, wherever you are it always will be the most wonderful time of the year!

Irrespective of me writing this post Jan found a very nice article in the Irish times telling about the German-Irish-differences as well. If you're interested just have look, it's worth reading.

Freitag, 4. Dezember 2015

Advent, Zeit der Besinnlichkeit - Advent, time of contemplation

Ruhig war es hier in den letzten Monaten. Hier auf dem Blog ist seit unserem letzten Urlaub nichts passiert. Genug dafür aber im realen Leben. 

Seit wir aus Island zurück sind haben wir uns der Frage gestellt, wie es mit uns und Irland weitergehen soll. Ob wir hier alt werden steht in den Sternen. Mittelfristig werden wir aber schon hier bleiben. Darum haben wir uns jetzt dazu entschlossen eine Immobilie anzuschaffen um dem irrsinnigen Mietmarkt hier zu entfliehen. Banktermine, Haus-/Wohnungssuche, ... Vom Endergebnis sind wir noch weit entfernt.

Jedoch hat jetzt die Adventszeit begonnen. Und nachdem die letztes Jahr wegen Auswandern für mich ausgefallen ist genieße ich das alles gerade umso mehr.

Immer noch inspiriert von Island werde ich euch dieses Jahr deren Weihnachtsbrauch vorstellen. Dort gibt es nämlich nicht nur einen Weihnachtsmann, sondern gleich 13! Und die werden am 12. Dezember Einzug in alle isländischen Haushalte und meinen Blog halten. Seit gespannt. Nun aber erst einmal ein schönes 2. Adventswochenende.



It was quiet within the last few months. Here on this blog nothing really happened since we returned from our last vacation. Real life is a bit different.

Since we're back from Iceland we had to face our future in Ireland. It is still written in the stars whether we're growing old over here. In the meantime we have to escape that ridiculous rental market and therefore we decided to buy a property. Bank appointments, house-hunting, ... Anyway, we're still far away from the final result.

Nevertheless the Christmas season has finally begun. And as I couldn't enjoy it last year because of our emigration I enjoy it this year even more.

Still inspired by Iceland I will bring you closer to their Christmas tradition the next days. In Iceland they don't have one Santa Claus, they have 13! These 13 buddies will start to move in every Icelandic house on the 12th December and so they will in my blog - stay tuned. But for now I wish you all a peaceful 2nd Advent weekend.

Sonntag, 16. August 2015

Unsere Grüne Insel (24) - Malahide Castle

Im Norden Dublins liegt Malahide, eine kleinere Vorstadt in unmittelbarer Nähe zum Meer. Ich glaube sagen zu können, dass es dort ein wenig vornehmer zugeht als an anderen Orten im Dubliner Norden. Kürzlich hatten Jan und ich die Überlegung, ob wir vielleicht auch in diese Gegend umziehen, weil es für mich eine deutlich kürzere Distanz zur Arbeit bedeuten würde, es für Jan auch eine Zuganbindung nach Dublin City geben würde und nicht zuletzt die Mieten auch etwas geringer sind als dort wo wir jetzt wohnen. Diese Pläne liegen jetzt erstmal wieder auf Eis, dafür fühlen wir uns in Milltown einfach viel zu wohl!

Zurück zu Malahide. Berühmt ist der Ort vor allem für sein Schloss, das auf eine über 800 jährige Geschichte zurückblicken kann. Irgendwann im 12. Jahrhundert wurde der Familie Talbot ein Stück Land zugesprochen und die haben dort ihr kleines Schloss hingestellt. Bis 1975 war das Anwesen in Familienbesitz und wurde dann von Rose Talbot an den irischen Staat verkauft, hauptsächlich weil sie die laufenden Kosten nicht mehr tragen konnte. Seitdem kann man das Schloss und die Gärten besichtigen.

Letztens hatten wir Besuch von Jans Schwester und ihrer Familie. Die hatten sich vorab schon informiert, was sie in ihrem Urlaub gerne sehen wollen und das Malahide Castle stand dabei ziemlich weit oben auf ihrer To-Do-Liste. Und weil wir dort auch noch nicht waren und ich auch frei hatte habe ich die vier begleitet. Weil wir in unserem Auto keine Kindersitze haben, sind wir öffentlich angereist. Wenn man einmal davon absieht, dass man immer erst in die Innenstadt kommen muss um dort in die DART (die Dubliner S-Bahn) zu steigen, ist Malahide Castle ziemlich gut zu erreichen und auch nur einen kurzen Fußweg vom Bahnhof in Malahide entfernt.

Besichtigen kann man das Schloss nur im Rahmen einer Führung. Und wie das hier in Irland so üblich ist kommt man mit seinen Mitmenschen immer schnell ins Gespräch. Schnell fanden wir heraus, dass unser Tourguide auch keine echte Irin war: Geboren in Starnberg ist sie als Kind mit ihrer Familie nach Argentinien ausgewandert um jetzt seit 15 Jahren in Dublin zu leben. Und so konnten auch unsere kleinen Nichten ein wenig mehr über das Schloss und den Geist "Puck" erfahren, auch wenn ich glaube, dass sie nicht so richtig von dessen Existenz überzeugt werden konnten.


Located North of Dublin you will find Malahide, a suburban city next to the sea. I believe I can say that Malahide is a bit more posh than other places in the northern neighbourhood. Not so long ago we thought about moving to Malahide as it is much closer to the place where I work, Jan would have had a train connection and last but not least the rent is a little less than in Milltown. But these plans are on hold for now - we really love it where we are.

Back to the topic: Most of all Malahide is known for its castle that has a history of more than 800 years. Back in the 12th century the Talbot Family was given a piece of land where they built their small castle, one of the oldest in Ireland. Until 1975 the properties were family owned but when Rose Talbot couldn't afford the running costs any longer she sold it to the Irish State. The castle and gardens can be visited since.

Jan's sister and her family visited us a few weeks ago. They arrived well prepared and knew already what they would like to see during their vacation, Malahide Castle was on top of their to do list. As we haven't been there before and I had a day off I joined them. We don't have child car seats and so we chose public transport. When you don't look at the fact that first of all you have to get into Dublin City Center to get onto the DART it is very easy to reach Malahide, the castle is only a short walk away from the local train station.

To visit the castle you have to join a tour. And as it is quite usual to do small talk with other people it didn't took us long to discover that our tour guide wasn't original Irish as well. She was born in Starnberg, Germany and as a child she moved to Argentina with her parents. For the last 15 years she has been living in Dublin. Her German was still very good and so our two little nieces were able to learn something about the castle and "Puck", the ghost who lives there, even though I still believe she couldn't convince them of his existence.

Montag, 22. Juni 2015

Unsere Grüne Insel (20) - National Botanic Gardens

Mit Erschrecken stelle ich fest, dass ich in dieser Kategorie schon seit drei Wochen nichts mehr veröffentlicht habe. Passenderweise war mein letzter Post über "Bloom in the Park", das jährliche Garten- und Essens-Festival im Phoenix Park.

Vorletzte Woche war Jan auf Dienstreise in Basel und hat mich eine Woche lang allein zu Hause gelassen. Drei Tage musste ich wie immer arbeiten, zwei hatte ich ganz für mich. Aber es ist ja nicht so, dass ich mich alleine langeweilen würde... Nachdem einer der beiden freien Tage für den üblichen Haushalt draufgegangen ist, habe ich mich relativ kurz entschlossen auf den Weg in den Botanischen Garten gemacht. Das gute Wetter musste ja auch mal ausgenutzt werden.

Der Botanische Garten (gegründet 1795, Eintritt frei) befindet sich im nördlichen Dublin, nur ein paar Kilometer vom Stadtzentrum entfernt auf der Rückseite des Glasnevin Cemetery - es gibt sogar eine direkte Verbindung zwischen den beiden. Was soll ich groß sagen? Es gibt Blumen, große Gewächs- und Palmenhäuser, Kräuter- und Küchengärten, so wie sich das für einen Botanischen Garten nun einmal gehört. Ich mag Botanische Gärten! Und ich mag Blumen! Und so habe ich mich mehrere Stunden, "bewaffnet" mit meiner Kamera, dort aufgehalten - dabei habe ich mir immer wieder gedacht, welche Pflanzen sich auch noch gut auf unserem Balkon machen würden. Den Blauregen kann ich wohl wirklich vergessen, aber vielleicht wird es ja nächstes Jahr was mit dem Kalifornischen Mohn, über den wir uns noch am Tag vorher in der Arbeit unterhalten hatten.


I was surprised when I saw that I haven't published anything in this category for more than three weeks. Therefore it suits that my last post was about "Bloom in the Park" the annual Garden and Food Festival in Phoenix Park.

The week before last Jan was on a business trip in Basel and he left me home alone for 5 days. As usual I had to work on three of these days, two were left just for me. And of course I won't get bored when I am alone. I spent one day to do the chores and the on other one - the weather wasn't too bad - I went quite spontaneous to the Botanic Gardens.

The Botanic Garden (founded in 1795, free of charge) is located in the North of Dublin, only a few kilometres away from the city centre on the back side of Glasnevin Cemetery - there is also a shortcut between the two of them. What should I say? There are flowers, huge green- and palm houses, vegetable and herb gardens, everything you would expect in a Botanic Garden. I like them and of course I like flowers. "Armed" with my camera I spent hours there thinking which flowers I'd like to have on my balcony as well. I'm pretty sure I can forget about the wisteria but maybe there will be a spot for a pot of Eschscholzia calfornica next year (we were talking about these flowers just the days before I went to the Gardens at work).

Dienstag, 16. Juni 2015

Fotografie / Photography (6)

"Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt." (Wilhelm Busch)

Tja, da bin ich nun bei dem digitalen Fotoalbum vom Juni 2011 angelegt. Es trägt den Namen "Irland". Schon oft habe ich erwähnt, dass ich mir nie hätte träumen lassen eines Tages hier zu leben. Nicht mal vier Jahre später ist es passiert. Und jetzt haben wir all die Sehenswürdigkeiten, die ich damals fotografiert habe quasi direkt vor der Haustür.

Knapp 700 Bilder habe ich damals in zwei Wochen gemacht. Warum also dieses eine? Ehrlich, ich weiß es nicht. Ein Grund ist wohl der, dass ich euch eh schon regelmäßig mit Bildern von hinreißenden Landschaften und mystischen Ruinen versorge. Also warum nicht mal was anderes? Und, wenn ihr in Dublin seid: ein Besuch im Guinness Storehouse lohnt sich definitiv. Prost!



English version:

"Be prepared for the unexpected"

So, I have reached the picture folder created in June 2011. It's named "Ireland". I mentioned it a couple of times before, I would have never dreamt about of living in Ireland. Not even 4 years after that vacation we moved here. And now, all the sights I took a picture of are around the corner.

Back then I nearly took 700 pictures in only two weeks. Why do I show this one? To be honest I have no clue. One reason may be that I provide you with all these pictures of amazing landscapes and mystic ruins already on a regular basis. So why not publish something else? Something different. And: if you are in Dublin make sure to visit the Guinness Storehouse - it's worth it. Cheers!

Sonntag, 31. Mai 2015

Unsere Grüne Insel (19) - Bloom in the Park

Seit Monaten habe ich mich schon darauf gefreut, nachdem mir eine Kollegin davon vorgeschwärmt hatte: Bloom in the Park. 

Morgen ist bei uns Feiertag, der erste Montag im Juni, June Bank Holiday. Und am June Bank Holiday Wochenende ist in Dublin immer eine Menge los. Unter anderem ist dieses Wochenende auch das Dublin Port Riverfest, die Hauptattraktion ist aber eben Bloom in the Park.

Also haben wir uns mit unserem Besuch aufgemacht in den Phoenix Park, wo das Garten- und Food-Festival dieses Jahr zum 9. Mal stattfindet. Auch wenn wir längst nicht alles gesehen haben, hat es uns allen glaube ich sehr gut gefallen.

Angefangen haben wir im Food Village, wo wir uns an allen Ständen durchprobiert haben. Und egal was es gab, für alles gilt: es kommt aus Irland. Schinken, unglaublich viel Schinken, Obst & Gemüse, Milchprodukte, Kuchen, Kartoffelchips, ... Ich kann euch sagen, zwischenzeitlich habe ich geglaubt ich würde heute kein Abendessen mehr brauchen.

Unser Besuch ist dann mit den beiden Kleinen in der Kinderecke hängen geblieben und Jan und ich haben uns noch einmal zu den Pflanzen durchgeschlagen. Irgendwie - und ich kann es immer noch nicht ganz fassen - haben wir widerstanden und nichts eingekauft. Meinen Allium habe ich schon auf dem Balkon, Lupinen und Lavendel findet Jan nur toll, wenn man wirklich viel davon hat und die Riesen-Strelitzie für 150,- € war uns dann doch etwas zu sperrig und zu teuer.

Das Wetter mit den immer mal wieder einsetzenden Regen- und Hagelschauern hat uns dann doch ein wenig gebremst. Und der Tag hätte noch ein paar mehr Stunden haben können. Wir wissen schon, wo wir nächstes Jahr um diese Zeit werden. Und wenn ihr für morgen noch nichts vorhabt, dann nichts wie hin in den Phoenix Park! Danke für den Tipp, Saskia!


English version:
I have been looking forward to this since one of my colleagues told be about Bloom in the Park.

Tomorrow is the first Monday in June, June Bank Holiday. And the June Bank Holiday weekend is always very busy in Dublin. There are a lot of things going on. Among other things there is Dublin Port Riverfest but I think Bloom in the Park is the main attraction.

So together with our friends who are currently visiting us we went to Phoenix Park where the Garden- and Food-Festival is taking place for the ninth time this year. Even if we haven't seen everything I think we all liked it.

We started in the Food Village where we got free samples everywhere. Everything was local Irish: ham, lots of ham, fruits and vegetables, dairy, cakes, crisps, ... I have to tell you at some stage I thought I wouldn't need anything for dinner today.

When our friends got stuck in the kids corner with their two children Jan and myself headed towards the plants. Somehow - and I still don't get it - we didn't buy anything. I already have my Allium on the balcony, Jan only likes lupines and lavender when there a lots of them and the giant strelitzia for 150.- € was too bulky and too expensive for us.

The sudden rain and hail showers stopped us a little bit. And it would have been nice if the day had been a little longer. But we already know where we will be next year. And if you don't have any plans for tomorrow by now go to Phoenix Park! Thanks a mill Saskia, it was a perfect recommendation!


Freitag, 22. Mai 2015

Kulinarisches Irland (20) - Dublin Bay Prawn Risotto

Schon wieder Freitag... Zeit für ein neues irisches Rezept. Und wieder einmal bleibt die Frage, wie irisch ist das hier eigentlich wirklich? Die irischen Klassiker hatte ich – glaube ich jedenfalls – schon sehr schnell abgearbeitet. Aber das ist mit regionaler Küche ja meistens so.

Das heutige Rezept stammt zumindest wieder von Clodagh McKenna, einer irischen Köchin, und enthält eine absolut 100%ig irische Zutat: Garnelen aus der Dubliner Bucht.

Dublin Bay Prawn Risotto
für 2 Personen


Zutaten:
250-300g rohe Garnelen mit Schale
100g TK-Erbsen
1 EL Butter
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
200g Risottoreis
75ml trockener Weißwein
Salz, Pfeffer
frische Petersilie

für den Fond:
1 Möhre
1 Selleriestange
1 Lorbeerblatt
1 EL Tomatenmark

1 Die rohen Garnelen komplett mit Kopf und Schalen in einem großen Topf mit Salzwasser für 3-5 Minuten kochen. Anschließend die Garnelen aus dem Wasser nehmen – das Wasser nicht weggießen sondern aufheben, es wird für den nächsten Schritt benötigt. Die Garnelen von den Köpfen befreien und diese entsorgen. Das macht man am einfachsten indem man den Kopf und den Körper gegeneinander dreht. Dann die Garnelen aus den Schalen pulen. Die Schalen unbedingt aufheben.
2 Die Schalen werden jetzt zurück in das Kochwasser gegeben. Die Möhre wird in Scheiben geschnitten, die Selleriestange fein gewürfelt. Beides kommt zu den Garnelenschalen in das Kochwasser, ebenso das Lorbeerblatt und das Tomatenmark. Das Ganze lässt man nun einmal kurz aufkochen und dann für 30 Minuten bei niedriger Hitze vor sich hin köcheln. Danach wird alles durch ein Sieb gegossen und man hat einen ausgesprochen köstlichen Garnelenfond.
3 Die Butter in einem Topf bei mittlerer Hitze zerlassen. Dann werden die wirklich fein gewürfelten Schalotten und der Knoblauch (in den Rezepten wird er immer gepresst, ich bevorzuge es ihn ultrafein zu hacken) hineingegeben und angedünstet bis sie glasig und weich sind. Anschließend wird der Reis hinzugefügt, mit Salz und Pfeffer gewürzt und für einen kurzen Moment angeröstet, bis er von komplett mit der Butter bedeckt ist.
4 Jetzt wird der Reis mit dem Weißwein abgelöscht. Das Ganze soll einen Moment richtig kochen, damit der Alkohol verfliegen kann und nur den Geschmack zurücklässt. Und dann geht es an den Fond. Dieser wird in kleinen Mengen (kellenweise) nach und nach hinzugefügt. Insgesamt benötigt man für diese Menge Reis ungefähr einen halben Liter. Und es muss ständig gerührt werden. Erst wenn der Reis den Fond komplett aufgenommen hat wird die nächste Kelle hinzugefügt. Alles in allem dauert das gut 15 Minuten. Kurz vor Ende werden die Erbsen hinzugefügt und noch einmal später die Garnelen, die sollen jetzt nur noch mal im Reis erwärmt werden. Vor dem Servieren wird dann noch ein bisschen frisch gehackte Petersilie unter das Risotto gehoben. Und jetzt ran an den Tisch und genießen!

Es müssen für dieses Rezept keine Dublin Bay Garnelen sein, es gehen natürlich auch alle anderen. Wichtig ist aber immer, dass sie roh und ungeschält sind. Ich denke auch, dass man außerhalb Irlands wahrscheinlich gar keine Dublin Bay Prawns bekommt. Lecker sind sie schon, die kleinen Dinger, aber auch gefährlich: die Schale ist vergleichsweise hart und hat ziemlich spitze Kanten, die sich beim pulen ganz schön in die Fingerspitzen bohren. Besonders überrascht hat mich aber der Preis: an der Fischtheke im Supermarkt habe ich gerade mal einen Kilopreis von 18,- € bezahlen müssen.

Während ich das hier schreibe sitze ich gerade im Flugzeug auf dem Weg nach Deutschland. Besuche bei Familie und Freunden in Hannover sind angesagt. Wo auch immer ihr euch herumtreiben mögt, ich wünsche euch wie immer ein schönes Wochenende!

Sonntag, 17. Mai 2015

Unsere Grüne Insel (17) - Airfield

Zum Ende des 19. Jahrhunderts erwarb der Jurist Trevor Overend aus Dublin ein Anwesen im Süden der Stadt als Sommerhaus. Der Familie gefiel es dort so gut, dass das Haus schon bald zum dauerhaften Wohnsitz wurde. Die beiden Töchter Letitia und Naomi, beide unverheiratet, bewirtschafteten die Farm und die Gärten bis an ihr Lebensende. Nach ihrem Tod ist das Anwesen in die bereits 1974 von den beiden Schwestern gegründete Stiftung übergegangen. Seit Mitte/Ende der 90er Jahre wird hier wieder aktiv bewirtschaftet und die Farm ist der Öffentlichkeit zugänglich. Auch wenn Teile des Landes inzwischen verkauft und mit modernen Wohnkomplexen bebaut wurden (tatsächlich haben wir uns auch zwei Wohnungen dort angesehen), hält die Stiftung an der Farm fest und betreibt das ganze Unternehmen unter dem Namen "Airfield" zur Forschung und Lehre und in Erinnerung an die Overend-Schwestern.

So, genug Geschichte. In der Tat befindet sich das Stück Land nicht einmal drei Kilometer von uns entfernt inmitten von Dundrum, quasi Tür an Tür mit unserem heißgeliebten Shoppingcenter. Lange schon wollten wir dort einmal hin. Letztes Wochenende ergab sich die Gelegenheit, weil das Wetter nicht ganz so gut war und Airfield nun einmal nicht weit weg ist. Außerdem, und das hat uns dann schließlich komplett überzeugt, war dort ein Pflanzenmarkt (und verbunden damit ein halber Eintrittspreis).

Es ist schon eine kleine Oase inmitten der Stadt. Verschiedene kleine Gärten und die Farm laden zum Spazierengehen und Genießen ein. Das Haus der Familie kann besichtigt werden und es gibt auch kostenlose Touren. Ein Besuch in Airfield ist sicher kein tagesfüllendes Programm und der reguläre Eintrittspreis dafür eher hoch angelegt. Dennoch lohnt es sich einmal dort gewesen zu sein, und die vielen Tiere - lustig aussehende Hühner, Kühe, Schweine, Schafe, Esel, ... - sind auch besonders etwas für Kinder. Ich weiß gar nicht, ob irische Kinder auch glauben, alle Kühe seien lila!?


At the end of the 19th century Trevor Overend, a Dublin solicitor, bought Airfield as a summer residence for his family. The Overends liked this place a lot and soon it became their permanent residence. The two daughters Letitia and Naomi, both unmarried, operated the farm and gardens until their death. After they had died, Airfield was taken over by the charitable organisation that was already founded in 1974 by Letitia and Naomi. Since the mid/late 90's Airfield is operated again and open to public. Even though parts of the lands have been sold in the meantime and covered with modern buildings (actually we had a look at two apartments there), the organisation adheres to Airfield for educational purposes and in memory of the Overend sisters.

That's it. Enough history. In fact Airfield it is less than 3km from our apartment away and is located in the heart of Dundrum next door to our favorite shopping centre. We had the plan to visit Airfield for a long time. Last weekend the weather wasn't that nice to go on a long trip. The fact that Airfield is very close and that there was a plant fair (according to that with half admission fee) made us finally visit.

Airfield is kind of a small oasis in the middle of the city. Multiple gardens and the farm are good for a walk and to relax. The manor can be visited and free tours are available. A visit in Airfield isn't a full-day program und the admission fee is a little bit on the higher side. But it's worth it. And all the farm animals - funny looking chicken, cows, pigs, sheep, donkeys, ... - are very nice especially for kids. I really don't know if Irish children also believe that cows are always purple (like the "Milka" cow on the German chocolate). I don't think so.

Sonntag, 10. Mai 2015

Unsere Grüne Insel (16) - Three Rock Mountain & Fairy Castle

In letzter Zeit regnet es häufiger mal in Irland. Letzte Woche hatten wir Glück. Am Donnerstag hat sich Jan einen halben Tag frei genommen (einmal im Monat darf er das) und ich hatte dank meiner 3-Tage-Woche ohnehin frei.

Bei bestem Wetter und strahlendem Sonnenschein haben wir uns mal wieder aufgemacht einen Berg zu besteigen. Ich habe es schon mehrfach erwähnt: unmittelbar südlich von Dublin beginnen die Wicklow Mountain mit ihren Ausläufern. Zu unserem Ziel, dem Three Rock Mountain haben wir von zu Hause (rote Markierung) keine 20 Minuten mit dem Auto gebraucht.

Der Three Rock Mountain (roter Stern) ist schon von weitem sichtbar - besonders, wenn man die Ringautobahn M50 um Dublin fährt. Und das liegt nicht an seiner besonderen Form, sondern an der Tatsache, dass unzählige Sendemasten auf dem Hügel stehen. Schön oder nicht, dass bleibt jedem selbst überlassen. Ein tolles Fotomotiv geben sie auf jeden Fall ab.

Vom Parkplatz (blaue Markierung) sind wir eine Privatstraße hochgelaufen, die bald in einen Waldweg übergeht. Schließlich erreicht man Three Rock Mountain, der seinen Namen von drei kleinen Granithügeln hat, und eigentlich gar kein eigenständiger Berg sondern eine "Schulter" des Fairy Castle ist. Von hier aus hat man einen unglaublich fantastischen Blick über alles - nah und fern. Wir konnten sogar unser Haus und die Mourne Mountains in Nordirland ausmachen.

Von hier aus geht es weiter zum Fairy Castle (gelber Stern). Feen und Schlösser? Weit gefehlt. Diese frühzeitliche Wegkreuzung wird durch einen großen Steinhügel markiert, der auch die Überreste eines Ganggrabes darstellt. Auch von hier: traumhafter Blick.

Und dann ging es auch schon wieder an den Abstieg über die andere "Schulter", den Two Rock Mountain (grüner Stern). Auf dem Weg hat man einen wunderbaren Blick über die Bucht von Bray und die drei aneinander liegenden Bergen Bray Head, Little Sugarloaf und Great Sugar Loaf.

Zugegeben, verglichen mit den bayerischen Alpen haben wir wieder mal nur eine kleine Tour hinter uns. Fairy Castle ist mit 536 Höhenmetern nicht wirklich hoch, aber man muss ja immer bedenken, dass wir hier auf Meereshöhe beginnen. Also relativ doch gar nicht mal so schlecht. Und landschaftlich war diese kleine Tour ein Traum. Hoffentlich werden wir diesen Sommer noch ein paar schöne Tage haben um mehr solcher Touren machen zu können.




Englisch version:

It has been raining a lot in the last couple of days. Last week we were lucky. On Thursday Jan took a half day off (once a month he is entitled to do so) and because of my 3-day-week I had a day off too.

With best weather and bright sunshine we made us on the way to hike another mountain. I have mentioned it before: right behind the southern city limits of Dublin start the Wicklow Mountains and their foothills. To reach our destination, the Three Rock Mountain it only took us less than 20 minutes from home (red pin).

You can see Three Rock Mountain from far away, especially when you are driving the motorway around Dublin (M50). It's not because of its special shape, but because of all the high masts and antennas on its summit. Whether it's beautiful or not - you have to decide it yourself. In fact they are a beautiful theme for a picture.

Starting where we parked our car (blue pin) we went up a private road that quickly turns into a forest road. It won't take you long until you reach Three Rock Mountain (red star). In fact it is not really a mountain itself, it's just a "shoulder" of Fairy Castle. From here you have a lovely view over everything near and far. We could even see our home and the Mourne Mountains in Northern Ireland.

From here it continues to Fairy Castle (yellow star). Fairies and castles? Far wrong. This ancient cross-way is marked by a huge cairn, remains of a portal tomb.You will have another gorgeous view from here.

For the decent we used the other shoulder, Two Rock Mountain (green star). While walking you have a fabulous view over Bray Bay and the three Mountains next to another: Bray Head, Little Sugarloaf and Great Sugarloaf.

To be honest it is not a real hike in comparison to the Bavarian Alps. With just 536m Fairy Castle is not really a high mountain, but you always have to remember that we start at sea level over here. So, it's not that bad indeed. And scenic-wise this tour is kind of a dream. Hopefully there will be another couple of nice days this summer to enjoy more of this great landscape!

Montag, 4. Mai 2015

Unsere Grüne Insel (15) - Dublin Bay Prawn Festival auf Howth

Ein wenig spät kommt er dieses Mal, der sonntägliche Post... Aber irgendwie hatte ich dieses Mal nichts vorgeschrieben und gestern haben wir uns den halben Tag in Gartencentern herumgeschlagen...

Ich hatte letztes Wochenende schon in einem kurzem Nebensatz vom "Dublin Bay Prawn Festival" gesprochen. Nachdem wir unsere Freunde am Flughafen abgesetzt hatten sind wir dorthin gefahren. Tolle Idee, dachten wir so wie unzählige andere Menschen aus scheinbar ganz Irland - die kurze Strecke vom Flughafen auf die Halbinsel Howth hat uns fast eine Stunde gekostet.

Die Dublin Bay Prawns sind offensichtlich etwas ganz Besonderes. So besonders, dass es für die proteinreichen kleinen Dinger sogar ein eigenes mehrtägiges Festival gibt. Vielleicht hat man aber auch bloß nach einem Grund zum Feiern gesucht!?

Jedenfalls war es für uns die perfekte Gelegenheit endlich mal nach Howth zu kommen. Das Wetter war eher wechselhaft und es zog immer mehr zu, Howth selbst war überfüllt. Die Schlange an einem Fish&Chips-Laden schien endlos, an ein Reinkommen in das Festival-Essens-Zelt mit den Garnelen-Buden war erst gar nicht zu denken.

Und so haben wir einfach nur den Ort Howth genossen, sind auf der Mole entlangspaziert, haben den Farmers Markt begutachtet und uns in den zahllosen Fischgeschäften für unser Abendessen daheim inspirieren lassen.

Fazit: Howth hat uns extrem gut gefallen. Uns ist wieder einmal bewusst geworden, wie gut wir es getroffen haben. Es ist manchmal immer noch nur schwer greifbar, dass wir jetzt in so einer tollen Stadt leben (und einem großartigen Land), die so vielseitig ist und soviel zu bieten hat. Und Howth wird uns wiedersehen. Sehr bald. Aber dann unter der Woche, wenn nicht ganz so viel los ist.


Sonntag, 26. April 2015

Unsere Grüne Insel (14) - Portmarnock Beach

Dieses Wochenende hatten wir Besuch von Freunden aus München. Gerade halten die beiden sich in der Nähe von London auf und so war es naheliegend, dass sie mal eben auf einen Sprung vorbeikommen.

Gestern haben wir ihnen "unsere neue Stadt" gezeigt, haben die üblichen Stätten abgelaufen, waren abends bei uns um die Ecke im Pub und haben den Tag mit viel Gin und Tonic ausklingen lassen.

Heute haben wir die beiden wieder zum Flughafen gebracht. Vorher hatten wir aber noch ein wenig Zeit und die musste natürlich gut ausgenutzt werden. Der Vorteil, wenn Besuch da ist, ist der, dass man den immer an Orte bringen kann, zu denen man selbst immer schon einmal hinwollte - in München haben wir das auch schon immer so gemacht...



Und da fiel die Wahl heute auf den Strand von Portmarnock nördlich von Dublin und nur wenige Autominuten vom Flughafen entfernt (wenn man sich an das Navi hält). Dieser zählt - einigen Statistiken zu Folge - zu den schönsten Stränden Irlands und wird auch der "Velvet Strand" genannt. Der scheinbar endlose Sandstrand ist - so habe ich gelesen, und wir haben es selbst gesehen - ein Paradies für Kitesurfer, bietet einen fantastischen Blick auf Howth, Ireland's Eye und Lambay Island und lädt - wie in unserem Fall - zu schönen Spaziergängen ein.

Auf Howth war dieses Wochenende übrigens das "Dublin Bay Prawn Festival". Nachdem wir die beiden am Flughafen abgesetzt haben, sind wir dort noch hingefahren, aber dazu nächste Woche mehr...



Sonntag, 12. April 2015

Unsere Grüne Insel (12) - Farmleigh House & Glasnevin Cemetery

Mit meinen Kollegen unterhalte ich mich recht häufig über Orte, die ich in Irland schon gesehen habe, und bekomme ganz viele Empfehlungen für Orte die ich unbedingt noch zu dieser immer länger werdenden Liste hinzufügen muss.

Letztens musste ich zu meiner Schande gestehen, dass ich bis dahin noch nicht wirklich etwas vom Phoenix Park gehört hatte. Dabei handelt es sich hierbei um einen unglaublich großen Park im nordwestlichen Dublin, er gilt sogar als einer der größten innerstädtischen Parks der Welt und ist mit 800 Hektar sogar mehr als doppelt so groß wie der Central Park in New York.


Am westlichen Ende des Parks liegt Farmleigh House mit seinen Gärten, das einst der Guinness-Familie - die mit dem leckeren Bier - gehörte. Inzwischen gehört es dem Staat und dient der Unterbringung von Staatsgästen. Letztes Wochenende gab es dort ein großes Osterprogramm mit Bauernmarkt, Pflanzenverkauf und Ostereier-Jagd (die werden hierzulande scheinbar nicht "gesucht", sondern "gejagt"). Sowohl die Gärten als auch das Haus selbst können kostenfrei besichtigt werden. Die Tour durch das Haus haben wir dieses Mal ausgelassen und stattdessen nur einen Spaziergang bei allerschönstem Wetter durch den Park genossen.

Anschließend, es war noch zu früh um nach Hause zurück zu fahren, haben wir einen Abstecher auf den im nördlichen Dublin gelegenen Glasnevin Cemetery gemacht. Es ist so etwas wie ein morbides Hobby, dass wir auch im Urlaub gerne Friedhöfe besuchen. Oft sind es parkähnliche Anlagen die zu Spaziergängen einladen, Orte voller Geschichte und vor allem sind es ruhige Orte an denen man oft nicht einmal den Straßenlärm hört. Interessant ist vor allem, wie unterschiedlich Friedhöfe in unterschiedlichen Ländern sind. Der Glasnevin Cemetery ist mit 50 Hektar der größte Friedhof Irlands und beherbergt die Überreste von gut einer Million Menschen, doppelt so viele wie Dublin Einwohner hat. Besonders beeindruckend fand ich persönlich die Tatsache, dass Dublin (und Irland) nur wenige über die Grenzen des Landes hinaus bekannten Persönlichkeiten vorzuweisen hat. Die Liste der "Berühmten Personen", die hier beigesetzt sind, ist verglichen mit Friedhöfen wie Père Lachaise (Paris), Centralfriedhof (Wien), ... erschreckend kurz. Es sind eher die Nationalhelden die zur Unabhängigkeit Irlands beigetragen haben, die hier verehrt werden. Ein wenig morbid fand ich auch die Familiengruften, die mit ihren verrosteten Türen in kreisrunden Gräbern eher an Gefängniszellen erinnern. Aber - typisch für Irland - Hochkreuze soweit das Auge reicht.

Sonntag, 29. März 2015

Unsere Grüne Insel (10) - Little Sugar Loaf, Avoca und Powerscourt

Letztes Wochenende hatten wir fantastisches Wetter. So fantastisch, dass ich sogar meine spanische Kollegin zum ersten Mal habe lächeln sehen, als wir über das Wetter gesprochen haben. Sobald die Sonne rauskommt und kein Wind weht wird es hier richtig warm. Ein perfekter Tag also, um etwas zu unternehmen, es wäre eine Sünde daheim zu bleiben.

Unser Sonntag war also eine Mischung aus Empfehlungen von Kollegen, früheren guten Erinnerungen und Anregungen aus dem schon mehrfach erwähnten Wanderbuch "Easy walks near Dublin".

Begonnen haben wir unseren Sonntag mit einer kleinen "Bergtour". Der Little Sugar Loaf, knapp über 20km von uns entfernt, ist mit seinen 341m Höhe eigentlich kaum erwähnenswert. Wikipedia weiß zu berichten, dass er der 913. höchste Berg Irlands sei. Das, was mich daran am meisten überrascht hat, ist die Tatsache, dass es auf dieser kleinen Insel so viele Berge gibt.

Aber trotz seiner geringen Höhe weiß der Little Sugar Loaf zu beeindrucken. Er liegt zwischen dem Bray Head (ca. 240m) und dem Great Sugar Loaf (ca. 500m), der Weg ist abwechslungsreich - mal einfache gerade Wege durch Gras- und Heidelandschaft, mal ist es erforderlich über große Felsen hinaufzuklettern. Und überall blüht gerade der Ginster. Von oben hat man eine grandiose Aussicht: nach Norden hin sieht man die Bucht von Bray, die kleinen Dalkey und Killiney Hills, die Bucht von Dublin, Dun Laoghaire, die Halbinsel Howth und auch die beiden markanten Schornsteine des Dubliner Hafens sind gut auszumachen. Im Osten gibt es die irische See soweit das Auge reicht zu sehen und im Westen kann man weit in die Wicklow Mountains hineinsehen, in vorderster Front ist der Great Sugar Loaf, der angeblich oft fälschlicherweise als Vulkankegel angesehen werden soll - warum auch immer. Und obwohl der Weg auch nicht sehr lang ist, lohnt sich die kleine Tour auf jeden Fall. Auch wenn es kein Gipfelkreuz und oben keine Hütte gibt in der man ein gescheites alkoholfreies Weißbier bekommt.


Von meiner holländischen Kollegin wurde mir das Avoca-Café in Kilmacanogue wärmstens empfohlen. Und weil es auf dem Berg keine Hütte gibt, dachten wir uns, dass das ein netter Ersatz wäre. Und ich muss sagen: das war es! Da ging es zu wie am Stachus, wie man in München so schön sagt. Das Prinzip ist folgendes: ein riesiges Geschäft mit nicht ausschließlich nützlichen handgearbeiteten Dingen, eine gehobenere Lebensmittelabteilung und ein Café/Restaurant mit ausgezeichneten Speisen. Es ist vielleicht nicht das Günstigste, das man weit und breit bekommen kann aber es lohnt jeden Cent. Besonders beeindruckt hat uns mal wieder die riesige Kuchenauswahl, die es hierzulande immer wieder gibt. Nach dem kleinen Mittags-Snack haben wir noch das eigene Gartencenter entdeckt und damit war ich dann vollends begeistert. Es ist für mich wirklich ein paradiesischer Ort, der uns garantiert wieder sehen wird.


Aber ich habe mich dort im Gartencenter zurück gehalten, denn anschließend wollten wir noch zum Gartencenter von Powerscourt House & Gardens in Enniskerry fahren. Dort waren wir schon mal auf unserer Rundreise vor vier Jahren und hatten es in sehr guter Erinnerung. Im Garten waren wir dieses Mal nicht, aber das müssen wir auch bald einmal wiederholen. Dieses Mal sind wir "nur mal eben" durch das Gartencenter gelaufen, haben ein paar Pflanzen für den Balkon gekauft und uns gedacht, dass das Avoca-Gartencenter eigentlich doch noch netter war. Wie dem auch sei: gelohnt hat sich der Tag auf jeden Fall!

Sonntag, 22. März 2015

Unsere Grüne Insel (9) - St. Patrick's Day in Dublin

Was fehlt noch nach einer Anleitung ein Ire zu werden um beim St. Patrick's Day nicht aufzufallen und einem Rezept für etwas Grünes auf dem Teller? Richtig: Bilder vom St. Patrick's Day selbst.

Auf 2,5km Länge zog sich dich Parade vom Parnell Square im nördlichen Stadtzentrum zur im südlichen Zentrum gelegenen St. Patrick's Cathedral. Um 12:00 sollte es losgehen. Wir waren rechtzeitig in der Stadt und konnten uns nahe der City Hall einen Platz in der ersten Reihe sichern. Natürlich mussten wir dafür aber auch gut eineinhalb Stunden warten, bis die Parade bei uns vorbei kam. Und es war nicht gerade warm an dem Tag.

Trotz einer großen Frau rechts von mir mit einem sehr hohen Hut, die sich permanent halb über die Absperrung gelehnt hat und den beiden Sanitäter-Mädels, die sich direkt vor uns gestellt haben hatten wir einen sehr guten Blick und konnten die vielen, sehr unterschiedlichen Gruppen die vorbeizogen sehen. Besonders überrascht hat uns die große Anzahl an US-amerikanischen "Marching bands". Aus nahezu jeder Ecke der USA war eine Band vertreten, sei es vom Chicago Police Department oder eines Schulorchesters irgendeiner abgelegenen State University. Natürlich waren auch zwei deutsche Gruppen, eine aus dem Schwarzwald und eine - dem Aussehen nach - aus dem tiefsten Bayern, vertreten. Und irgendwie mussten wir uns eingestehen, die deutsche Blasmusik klingt doch besser, vertrauter und authentischer.

Insgesamt war es eine sehr tolle Parade, auch wenn wir am Ende wirklich durchgefroren waren. Bunt, abwechslungsreich und viele tolle Kostüme. Wir freuen uns schon auf unseren nächsten St. Patrick's Day!

Ein paar Eindrücke... für größere Ansicht draufklicken!

Dienstag, 17. März 2015

Die Kunst ein Ire (oder irre) zu werden (5) - St. Patrick's Day


Der 17. März ist der Todestag des Heiligen Patricks. Patrick ist der Schutzheilige Irlands und hat im 5. Jahrhundert gelebt. Es gibt unzählige Legenden um den Heiligen Patrick. Geboren in Wales, verschleppt nach Irland, versklavt, geflohen, zur Religion gefunden. Er hat den Iren das Christentum nahe gebracht und soll mit Hilfe des Kleeblatts die heilige Dreieinigkeit erklärt haben. Er hat Klöster, Kirchen und Schulen errichtet - eben ein Heiliger wie er im Buche steht...

Darum wird jedes Jahr der 17. März - St. Patrick's Day - als Nationalfeiertag gefeiert. In Dublin findet die weltweit größte St. Patrick's Day Parade statt, zu der jedes Jahr eine halbe Million Menschen die Straßen füllen.

Doch was braucht man nun, um in der Menge nicht aufzufallen?

Als erstes muss man überhaupt mal hinein in die Menge, nicht zur Parade gehen ist ein No-Go...



Zweitens darf grün nicht fehlen: grün ist die Farbe des Tages. Grüne Kleidung, grüne Accessoires (besonders beliebt sind Leprechaun-Hüte), ...

Klee ist auch gut. Ob nun mit Schminke auf die Wange gemalt, oder echten Klee an den Hut/die Jacke gesteckt...

Und hinterher: was trinken. Vorzugsweise Bier. Aber nicht zu viel, damit man am Schluss sagen kann "I only had a few drinks"...

Dank meiner Kollegin Carol waren wir gut ausgestattet, das Wetter war irisch-kalt, die Parade hat uns sehr gut gefallen (mehr dazu am Sonntag) und das Guinness war lecker wie immer. Ich glaube, wir sind auf dem besten Weg gute Iren zu werden!

Happy St. Patrick's Day!


Sonntag, 8. März 2015

Unsere Grüne Insel (7) - Spaziergang durch die Nachbarschaft

Letztes Wochenende hatte ich einen Kurs. Den ganzen Samstag und den halben Sonntag, keine Zeit also für einen größeren Ausflug. Außerdem war ich ziemlich erschöpft, nachdem ich die ganzen Tage vorher schon am Lernen war und an diesen beiden Tagen dann ein sehr straffes und intensives Programm mit abschließenden Prüfungen hinter mich bringen musste.

Nachdem ich also wieder zu Hause war und wir unser Stück Kuchen vom "Wilde & Green" gegessen hatten, sind wir zu einem kleinen Spaziergang durch die Nachbarschaft aufgebrochen. Dabei haben wir mehrere Erkenntnisse gewonnen. 



Über den Seiteneingang haben wir unsere Wohnanlage verlassen und sind in Richtung "Palmerston Park" gelaufen. Das ist ein netter kleiner Park mit Kinderspielplatz, eine Erholoase inmitten des alten geschichtsträchtigen Wohngebiets Rathmines (1649 fand hier eine Schlacht in der Rückeroberung Irlands statt).

Durch Zufall haben wir dann "The Mageough" entdeckt. Dabei handelt es sich, wie wir herausgefunden haben um eine soziale Wohnanlage für ältere Menschen, ähnlich der Fuggerei in Augsburg oder dem Begijnhof in Amsterdam. Gegründet wurde die Anlage, die 37 eigenständige Ein- und Zwei-Schalfzimmer-Wohnungen enthält 1878 nach dem Willen der 1869 verstorbenen Elizabeth Mageough.

Danach sind wir an der "Church of the Holy Name" vorbeigekommen. Diese Kirche hatten wir vorher schon mehrfach von der Straßenbahn aus gesehen. Sie wirkt von außen recht imposant, war aber geschlossen, so dass wir keinen Blick hinein werfen konnten.



Und dann, eigentlich gar nicht weit von zu Hause entfernt, haben wir mal wieder eine andere Erkenntnis bestätigt bekommen. Diese Wohnanlagen hier sind nicht gerade praktisch. Meistens haben sie nur einen einzigen Zugang und in der Anlage ein verzweigtes Straßennetz. Es gibt meistens keine Möglichkeit mal eben irgendwo abzukürzen. Und darum mussten wir einen großen Bogen nach Hause zurück laufen. Auch Google Maps ist nicht immer eine zuverlässige Hilfe, zeigt es doch oft Durchgangsmöglichkeiten an, die permanent durch Tore verschlossen sind. Das Gleiche Problem hat man auch beim Autofahren, wenn man im Stau steht: man kann nicht abkürzen, wenn man in die nächste Seitenstraße fährt.

Unterwegs haben wir immer mal wieder Mauern gesehen, auf die ein "Willi" (von Biene Maja) aufgesprüht war. Was es damit auf sich hat, haben wir nicht mit Sicherheit herausgefunden. Zu Hause angekommen haben wir aber noch eine andere Erkenntnis gewonnen: noch nie haben wir zuvor in einer so schönen Nachbarschaft gewohnt.

Sonntag, 22. Februar 2015

Unsere Grüne Insel (5) - Killiney Hill

Oh ja, unser neues Buch "Easy Walks near Dublin" findet rege Verwendung. Letztes Wochenende haben wir uns wieder eine sehr nette Tour herausgesucht um unsere nähere Umgebung besser kennen zu lernen.

Dieses Mal hat es uns auf den Killiney Hill verschlagen, der von unserer Wohnung aus keine 15km entfernt ist.

Ausgangspunkt für diesen 2,2km kurzen (Wander-)Weg ist der Killiney Hill Carpark, man muss also nicht den ganzen Berg hinaufklettern. Von dort aus führt neben dem Parkplatzanfang ein kleiner Weg zuerst auf den Dalkey Hill und am Steinbruch entlang, wo das Gestein für den Hafen von Dún Laoghaire abgebaut wurde. Heute wird er nur noch von Kletterern genutzt. Schon von hier aus bietet sich ein fantastischer Ausblick über Dublin. Und ich kann euch nun auch endlich ein Panorama-Foto bieten:


Die Dublin Bay: Einige Punkte sind gut auszumachen, wie die zwei hohen Schornsteine des Dubliner Hafens, die Mole von Dún Laoghaire und die Halbinsel Howth, die wir unbedingt ganz bald heimsuchen müssen... 


Der Anstieg besteht hier zum größten Teil aus Treppenstufen. Oben angekommen findet man eine alte Telegraphenstation und einen noch schöneren Ausblick vor. Zu der Dublin Bay im Norden gesellen sich jetzt noch die irische See im Osten, der Bray Head, der Little und der Great Sugar Loaf, sowie die Wicklow Mountains im Süden. Im Westen sieht man den benachbarten Killiney Hill mit seinem Obelisken.


Nach einigen Minuten ist man dann auch schon dort. Und es bietet sich ein noch besserer Blick. Der Obelisk war übrigens so etwas wie ein Sozialprojekt: Nach dem harten Winter von 1741/42 hat man ihn errichten lassen, wahrscheinlich um den armen Menschen Arbeit zu geben.

Unser Fazit: Unglaublich schön! Ein einfacher und kurzer Weg mit vielen Möglichkeiten stehen zu bleiben, die Aussicht und die Natur zu genießen und natürlich viele Fotos zu machen.

Wem das nicht reicht, der sollte noch nach Dalkey, dem Ort zwischen dem Meer und dem Berg, fahren (oder hinunterlaufen). Das Dalkey Castle soll eine außerordentlich lohnende Attraktion sein. Man kann aber auch einfach nur - so wie wir - mit einer Tasse Tee und einem Scone das Leben genießen.

Sonntag, 15. Februar 2015

Unsere Grüne Insel (4) - Hellfire Club auf dem Montpelier Hill

Letztes Wochenende haben wir uns ein neues Buch gekauft: "Easy Walks near Dublin". Denn bevor wir die ganze Insel erkundet haben, dachten wir uns, dass wir auch unsere nähere Umgebung erst einmal genauer entdecken müssen. Und weil das Wetter mal wieder ganz gut war, mussten wir das Buch auch kurzerhand einweihen.

Für den Anfang haben wir uns eine wirklich kurze Strecke rausgesucht, besonders nah sollte sie auch sein. Und da fiel die Wahl auf den Hellfire Club.

Der Hellfire Club liegt auf dem 383m hohen Montpelier Hill direkt vor den Toren Dublins, von uns aus gerade einmal 10km entfernt. Vom Parkplatz an der R115 aus führt ein recht steiler Weg den Berg hinauf. Nach dem kurzen Anstieg (240 Höhenmeter) hat man einen wunderbaren Panoramablick über Dublin. Wenn es denn dann nicht so diesig ist, wie vergangenen Sonntag. Es hat trotzdem Spaß gemacht zu erraten, was welches Gebäude sein könnte. Und wir haben uns fest vorgenommen bald wieder dort hochzusteigen: wenn klare Sicht ist, oder auch mal am Abend, wenn es dämmert und die Lichter der Stadt erwachen.



Aber warum heißt das jetzt Hellfire Club? Unser neues Buch weiß zu erzählen, dass es sich hierbei um eine Fehlbenennung handelt. Das Gebäude wurde 1725 als Sommerresidenz von William Conolly, dem Sprecher des Unterhauses (Irish House of Commons) erbaut. Der Hellfire Club war im 18. Jahrhundert eine exklusive Zusammenkunft von zumeist adligen Männern die sich auf ihren Treffen (sexuellen) Ausschweifungen hingegeben haben.  Vielleicht hat in der Sommerresidenz mal ein Treffen stattgefunden, offizieller Versammlungsort soll es aber nie gewesen sein.

Wie dem auch sei, der kleine Spaziergang lohnt sich auf jeden Fall. Gedauert hat er etwas über eine Stunde, was vornehmlich daran lag, dass ich so viele Fotos machen musste. Man muss jedoch aufpassen: der Parkplatz wird relativ früh mit einer Schranke verschlossen und ist auch im Sommer nicht länger als 20 Uhr zugänglich. Das Panoramafoto bleibe ich euch vorerst schuldig. Es war wirklich zu diesig, man kann leider kaum etwas erkennen.

Sonntag, 1. Februar 2015

Unsere Grüne Insel (2) - Mit dem Rad ans Meer

Letztes Wochenende haben wir uns gedacht, wir müssen Dublin weiter erkunden. Und weil das Wetter auch relativ gut war, haben wir unsere erste (kleine) Fahrradtour hinter uns gebracht.

Vor ein paar Tagen bin ich abends nach der Arbeit mal wieder auf einer neuen Strecke nach Hause gefahren. Dabei bin ich an einer sehr netten Ecke am Grand Canal, einem Kanal der den Shannon im Westen Irlands mit der Liffey in Dublin verbindet, vorbeigekommen. Ein niedriges Ufer, breite Fuß- und Radwege, schöne Häuser und Plätze zu beiden Seiten und unzählige Schwäne machen ihn an dieser Stelle zu einem äußerst idyllischen Ort.



Also war unser Ziel der Grand Canal... Durch unseren hübschen Nachbarstadtteil Rathgar sind wir bis zum Kanal gefahren, danach immer daran entlang, bis er am Grand Canal Dock in die Liffey mündet. Das Grand Canal Dock ist eine Gegend, die scheinbar in den letzten Jahren sehr auf Hochglanz poliert wurde und in der es jetzt viele neue, moderne Wohnungen gibt. Hohe Gebäude, viel Glas, unpersönlich und hohe Mieten. Es gibt schönere Orte...

Auf dem Weg haben sich uns auch mehrere tolle Aussichten auf das Aviva Stadium geboten, dass vom Dodder, unserem "Fluss von nebenan", umflossen wird.



Schließlich waren wir am Meer, am Strand der Dubliner Bucht. Anfangs sieht man im Norden ausschließlich das Hafengebiet von Dublin, aber je weiter man in die Bucht hineinkommt sieht man im Norden die Halbinsel Howth, die wir, sobald es wärmer wird wandertechnisch erkunden müssen, und im Süden Dún Laoghaire.

Leider war gerade Hochwasser, so dass wir unsere Füße nicht in den Sand halten konnten. Aber wahrscheinlich war es dafür auch noch zu kalt. Die Gelegenheit wird mit Sicherheit kommen.



Durch Donnybrook, unserem Nachbarstadtteil im Osten, mit all seinen Villen, die oftmals Botschaften beherbergen sind wir nach Hause zurück geradelt. Nach 15 Kilometern, bei denen wir gemerkt haben, dass Dublin doch recht hügelig ist (auch wenn die nur klein sind, sind sie bei stetigem Gegenwind dennoch deutlich zu spüren), haben wir den restlichen Sonntag Nachmittag mit einem leckeren Stück Torte aus unserem "Wilde & Green" eingeläutet.